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Kalte Füße? Nasse Haare? Die Virengefahr lauert anderswo …

Vorsicht: Erkältungsfallen!

Die Antwort ist simpel: Mit Kälte hat eine Erkältung gar nichts zu tun. Vielmehr ist eine Erkältung nichts anderes als eine handfeste Virusinfektion. Man bekommt sie also nicht einfach nur so durch kalte Füße oder nasse Haare. Aber warum erkälten wir uns denn dann vor allem im Herbst und im Winter? Wo lauern denn nun die gemeinsten Erkältungsfallen im Alltag? Und vor allem: Wie kann man ihnen entgehen?

Autor:

Christian Satorius

Die Hustenfalle: Ohne Viren keine Erkältung und ohne Viren auch keine Grippe. Aber wo kommen die Viren eigentlich her? Zwar schwirrt immer eine gewisse Menge an Viren in der Gegend herum, aber die genügt in der Regel nicht, um unser Immunsystem zu überwinden und uns anzustecken. Die Wahrheit ist dann auch viel banaler: Es sind unsere erkälteten Mitmenschen, die uns die Viren bescheren.

Beim Husten werden winzige Tröpfchen nahezu mit Schallgeschwindigkeit ausgeschieden und bis zu drei Meter weit in die Umgebung geschleudert. In diesen winzigen Tröpfchen wimmelt es dann nur so von Viren. Diese Art der Übertragung der Erkältungsviren nennen Mediziner übrigens auch ganz passend Tröpfcheninfektion.

Wehren kann man sich dagegen nur, indem man sich konsequent abwendet, wenn jemand in näherer Umgebung (bis zu drei Meter) hustet, niest oder sich die Nase putzt. Wer eine Erkältung hat und seine Mitmenschen nicht anstecken möchte, hustet am besten in die eigene Armbeuge hinein. Das verhindert weitaus effektiver das Davonschleudern der kleinen Virentröpfchen als das Hand-vor-den-Mund-halten.

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Die Türgrifffalle: Leider gibt es noch einen weiteren Übertragungsweg für Erkältungsviren. Dieser nennt sich – ebenfalls sehr passend – Schmierinfektion. Auch hier werden die Viren wieder mittels Körperflüssigkeit weitergegeben, allerdings nicht über den Luftweg wie bei der Tröpfcheninfektion, sondern über Gegenstände (etwa Türklinken, Telefonhörer, Wasserhähne oder Handtücher), die der Erkältete angefasst und dabei winzige Flüssigkeitsreste voller Viren hinterlassen hat.

Wissenschaftler der Universität von Virginia (USA) haben herausgefunden, dass bis zu 60 Prozent der in dieser Flüssigkeit enthaltenen Viren sogar noch nach einer ganzen Stunde Verweildauer auf einem Gegenstand aktiv sind und gefährlich werden können. Selbst nach 18 Stunden noch sind etwa 30 Prozent dieser Viren angriffsbereit und stellen eine potenzielle Gefahr dar.

Schmierinfektionen umgeht man am besten durch möglichst häufiges Händewaschen, raten Ärzte. Vom Händeschütteln und Begrüßungsküsschen sollte man übrigens auch besser Abstand nehmen.

Die hermetische Falle: Im Winter wird zumeist weniger gelüftet als im Sommer und somit haben die Viren alle Zeit der Welt, um sich ganz in Ruhe im gesamten Raum ausbreiten zu können und dort auf ihr nächstes Opfer zu warten. Da die Tröpfchen, in denen die Viren sitzen, oft sehr klein sind, schweben diese noch ziemlich lange im Raum.

Das ist übrigens auch der wahre Grund, warum wir uns vor allem im Herbst und im Winter infizieren. Mit nassen Haaren oder kalten Füßen hat das nämlich nichts zu tun. Vielmehr sind es die schlecht gelüfteten Räume, in denen sich – dank im wahrsten Sinne des Wortes „stehender Luft“ – die winzigen Virentröpfchen besonders lange halten und ausbreiten können, ja aufgrund ihres geringen Gewichtes sogar selbst praktisch in der Luft stehen können.

Wer kann, sollte also derartig schlecht gelüftete Räume im Herbst und im Winter möglichst meiden. Oft gehören dazu leider auch die Wartezimmer der Ärzte und so stecken sich viele ausgerechnet dort an, wo sie sich besonders sicher fühlen: beim Arzt. Nichtsdestotrotz sollte man diesen sofort aufsuchen, wenn man den Eindruck hat, dass es sich um mehr als nur eine schnell vorübergehende Erkältung handeln könnte. Vor allem kleine Kinder, ältere Menschen, und solche mit Vorerkrankungen beziehungsweise geschwächtem Immunsystem sollten im Zweifel lieber sofort den Arzt aufsuchen.

Die Taschentuchfalle: Erkältete Familienmitglieder lassen manchmal ihre Taschentücher herumliegen und sorgen so dafür, dass auch wirklich jeder in der Familie ein paar Viren abbekommt. Am hygienischsten sind Papiertaschentücher, die am besten draußen vor der Tür im Mülleimer entsorgt werden oder zumindest doch in fest verschließbaren Plastiktüten. An seinen eigenen benutzten Taschentüchern kann man sich übrigens nicht wieder immer wieder von Neuem anstecken. Der Körper baut nämlich Abwehrstoffe gegen die spezielle Virenart auf, an der man erkrankt ist. Somit kann hier Entwarnung gegeben werden.

Doch leider gibt es etwa 200 verschiedenen Erkältungsviren, mit denen wir uns infizieren können. Das bedeutet: Selbst wenn dem Körper nun diese eine Virenart nichts mehr anhaben kann, so bleiben noch genügend andere übrig, um sich selbst nach überstandener Erkältung gleich wieder von neuem anzustecken. Dazu braucht es bloß einen unachtsamen Nebenmann, der uns anhustet, einen geschlossenen Raum voller neuer Viren oder auch einen Türgriff, auf dem eine neue Virenart Platz genommen hat – und schon kann das Erkältungskarussell beginnen, sich erneut zu drehen.

Wo man auch hinschaut, überall im Weserbergland wird geniest und gehustet. Wer jetzt nicht aufpasst, kann sich schnell eine ordentliche Erkältung einfangen. Aber warum eigentlich? Schließlich ist es doch draußen noch gar nicht sonderlich kalt …

An Türgriffen lauern Krankheitserreger.

Besser in die Armbeuge husten.

Alles dicht: Im Herbst wird es stickig – Viren mögen das …

Taschentücher gleich entsorgen.




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