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Planung zum „Oberen Deisterhang“ Landwirten und Politik vorgestellt

Vorentwurf mit Diskussionsbedarf

Bad Münder (jhr). Begeisterung sieht anders aus – wirkliche Begeisterung hatte aber auch niemand von den heimischen Landwirten erwartet, die sich wie die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses und Anlieger jetzt die Vorentwurfsplanung zum Bebauungsplan und zum Landschaftsplan „Oberer Deisterhang“ vorstellen ließen.

Planerin Lena Leineweber erläutert Besonderheiten des Gebietes.

Die Zielsetzung der Stadt in ihrer Bauleitplanung für den „Oberen Deisterhang“ hat sich nicht verändert: Im rund 750 Hektar großen Plangebiet, das sich mit einer Unterbrechung nördlich der Ortslage von Eimbeckhausen zwischen Bundesstraße 442 und Waldrand bis zum Deisterhang erstreckt, soll das vorrangige Ziel die Entwicklung von Natur und Landschaft sein. Ein Wanderwegenetz soll das Gebiet zur Naherholung und für touristische Angebote noch attraktiver machen – dazu hat das Team um Stadtplaner Reinhard Preis das vorhandene Wegenetz und die Infrastruktur im Auftrag der Stadt untersucht. Wesentliche Ergebnisse: Das vorhandene Wegenetz besteht nahezu ausschließlich aus Wirtschaftswegen oder von den Realverbänden angelegten „Sommerwegen“ – dabei spiele das Gebiet auch überörtlich im Wandertourismus durchaus eine Rolle. Der Vorschlag der Planer: Zur Ergänzung der bestehenden Struktur müssen weitere Wanderwege angelegt werden. Ebenfalls verbesserungswürdig: Die Parkplatz-Situation sowie die Ausstattung mit Rastmöglichkeiten. Parkplätze müssten zwar nicht in dem Umfang vorgehalten werden wie beispielsweise an der Ziegenbuche – aber sechs Einstellplätze sollten es schon sein, erläuterte Preis. Aufhorchen ließ die Summe, auf die der Planer die Kosten für die Schaffung des Wegenetzes taxierte: 300 000 Euro, ohne eventuell notwendigen Grunderwerb.

Vorgestellt wurde auch die Aufteilung des Plangebietes in verschiedene Zonen: In Zone A, direkt an den Waldrändern und an Kuppenlinien, soll eine „absolute Freihaltezone“ für Bauten gelten. In Zone B sollen kleinere Bauten wie Feldscheunen erlaubt sein, in Zone C in unmittelbarer Ortsrandlage dann privilegierte landwirtschaftliche Vorhaben möglich sein – allerdings nur bei Einhaltung von Vorgaben wie beispielsweise einer Höhenbeschränkung.

Angesichts des eigentlichen Anlasses der städtischen Planung – zwei Landwirte hatten Anträge zum Bau von Mastställen gestellt – wies Rainer Sander, stellvertretender Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes, darauf hin, dass die Planung „im Prinzip ein totales Bauverbot“ für „zukunftsorientierte Tierhaltungsanlagen“ bedeute. Ratsherr Jürgen Brockmann (CDU) warf den Planern sogar das „Ausblenden von Realitäten“ vor, weil sie von anderen Größenordnungen für Bauten ausgingen, als heute tatsächlich notwendig seien.

Ratsherr Helmut Burdorf (Grüne) wetterte schließlich gegen das Verhalten einzelner Landwirte, die „höchst unsolidarisch“ agierten und sich gegen jeglichen Landtausch sträubten, der die aktuelle Situation entspannen könne. „Hier ist das Landvolk gefragt als Vermittler aufzutreten“, so Burdorf.

Planungsamtsleiter Karl-Heinz Knigge regte an, zunächst noch die Ergebnisse eines weiteren Treffens mit Landwirten in die Planung einzubeziehen, bevor das Konzept erarbeitet werde.

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