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Dieter Grugel ist auf Gemeinde und Politiker nicht gut zu sprechen

Vor Jahren zuletzt Gras gemäht

Rolfshagen (rnk). Vielleicht drei oder vier Jahre, vielleicht auch fünf, so lange ist es her, seit hier zuletzt gemäht wurde. Hier, das ist an der Ecke Rintelner Straße und Westernholz, und hier wohnt Dieter Grugel.

Dieter Grugel an seiner Grundstücksgrenze: Die Hecke würde er ge

Auf die Gemeinde ist Grugel nicht gut zu sprechen. Nicht auf die Politiker, die nicht gegengesteuert haben, als Rolfshagen ein Geschäft nach dem anderen verloren hat, nicht auf die Gemeinde, die sich nach seiner Ansicht immer mehr von ihren ureigensten Aufgaben zurückzieht - etwa der Pflege der Straßen-Seitenstreifen. An der Straßenecke steht ein Baum, eine mittlere Eiche: "Die Bauhofmitarbeiter waren hier und haben die Äste gestutzt und den Baum ausgelichtet," erzählt Grugel. Ist doch schön, oder? "Nein, die Äste haben sie einfach liegen gelassen", erwidert Grugel und hebt zum Beweis zwei Äste hoch, die sich im meterhohen Gras verlieren. Die Bauhofmitarbeiter seien damals im Februar, beim Auslichten so in Schwung gewesen, dass sie auch einen zweiten, einen Privatbaum gestutzt hätten. Für Grugel war es dennoch kein Grund zur Freude: "Das ist ein Walnussbaum. Und die wachsen langsam, ganz langsam." Eine "sagenhafte Krone" habe dieser Baum gehabt, "jetzt sieht er aus wie ein Krüppelbaum". Ein paar Meter weiter, rechts neben der Einfahrt zur Garage, steht das Gras ebenfalls und wächst seit langer Zeit fröhlich vor sich hin. Auch hier wird nicht gemäht, erklärt Grugel, und zeigt auf eine sich anschließende Hecke, die ihm gehört: "Die würde ich gern mal wieder schneiden." Aber so, wie das Gras wächst, kommt er an die Hecke einfach nicht ran. An den Ortsvorsteher hat er sich gewandt, erzählt er weiter, und Rüdiger Teich habe ihm auch versichert, er werde sich um die Problem kümmern. "Geschehen ist nichts, vom Ortsvorsteher habe ich nie mehr gehört", bilanziert der Rolfshäger. Am Grundstücksende ist ein Graben. Und Grugel verweist auf seinen Kaufvertrag für das Haus. Dort sei schriftlich festgelegt worden, dass alle zwei Jahre der Graben von der Gemeinde gemäht werden muss. Und? "In 26 Jahren ist nichts passiert." Als Querulant sieht sich Grugel nicht, eher als Bürger, der immer stärker von immer mehr Institutionen zur Kasse gebeten wird und immer weniger Gegenwert erhält. Viele Jahre hat er einen Verein als Vorsitzender geführt, über Kompromisse weiß er mehr als mancher andere. Natürlich hat er bei der Gemeinde wieder und wieder angerufen, passiertist wenig bis gar nichts, erzählt er. Und dann weist er mit ausgestrecktem Arm auf die andere Straßenseite. Dort, fast gegenüber, ist akurat gemäht, "dort wird sogar der Handmäher ausgepackt." Warum das dort so ist, und bei ihm nicht, Grugel kann es nur vermuten... Aber manchmal geht es doch schnell bei der Gemeinde, sagt Grugel zum Abschied. Als er kürzlich seine Grundsteuer nicht pünktlich überwiesen habe, da habe er eine Mahnung erhalten - "und zwar ratzfatz".

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