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Vor einer ungewissen Zukunft

Bad Münder. Die Kunstwerkstatt hat finanzielle Probleme. Wie groß diese sind, hat Leiterin Cornelia León-Villagrá jetzt auf der Mitgliederausstellung im Kornhus mit der Ankündigung deutlich gemacht, dass der Verein sein Atelier am Kirchhof aufgeben wird. Der Mietvertrag ist zum 31. Dezember gekündigt. „Wohin die Reise geht, wissen wir noch nicht, aber wir hoffen, dass wir weitermachen können“, erklärte León-Villagrá.

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Die Kunstwerkstatt hatte sich im Mai 2011 als eigenständiger Verein in Bad Münder gegründet und war im August in das Haus am Kirchhof gezogen. „Wir haben uns die Miete nur leisten können, weil wir vom Projekt ,Kunstschulen 2020‘ gefördert wurden“, so Mitbegründerin und Dozentin Silke Behnke. Diese Förderung laufe im kommenden Jahr aus, „und unsere Einnahmen decken die laufenden Kosten einfach nicht“. Hohe Nachzahlungen für Strom und Gas hätten den Verein in die Knie gezwungen, obwohl Teile des Gebäudes bereits untervermietet wurden. Die monatliche Last einer Mietzahlung sei für den Verein mit nur 30 Mitgliedern nicht zu wuppen. „Der Überschuss, den wir abwerfen, ist einfach zu klein und jeder Kurs, der ausfällt, wird zu einer Zitterpartie“, erklärt Behnke die Problematik.

Und diese verfolgt die beiden Künstlerinnen schön länger. Beide waren bei dem im Jahr 2008 aufgelösten Springer Verein „Kunst im Bahnhof“ (KiB) tätig. Geldnot und ein fehlendes Domizil zwangen damals auch KiB zur Aufgabe. Im Anschluss wurden León-Villagrá und Behnke von der Jugendmusikschule Bad Münder engagiert. Als diese aus der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule ausziehen musste, konnte sie der bisher unter ihrem Dach befindlichen Kunstwerkstatt dann keine geeigneten Raumbedingungen mehr bieten. Mithilfe einer Strukturfördermaßnahmen von Kunst- und Musikschulen vom Niedersächsischen Ministerium in Höhe von 6080 Euro konnte sich die Kunstwerkstatt schließlich selbstständig machen.

Die Kunstwerkstatt könne nur weiter bestehen, wenn ein mietfreier Raum gefunden werde. „Da sind wir gerade im Gespräch, der Bürgermeister hat seine Hilfe zugesagt und es gibt Ideen für Kooperationen“, so León-Villagrá. Sie könne sich vorstellen, sich auch einen Raum mit einer anderen Initiative zu teilen. Momentan sei jedoch noch alles in der Schwebe.

Eins steht fest, macht Silke Behnke deutlich: „Wir brauchen finanzielle Sicherheit, damit es weitergehen kann – und ein neues Konzept.“ So sei beispielsweise der Nachmittagsbetrieb der Kunstwerkstatt zum Erliegen gekommen, weil die Schüler keine Zeit haben. Neue Ideen müssten her.col

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