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Sonderausstellungen im Museum im Wettberg‘schen Adelshof gehen zu Ende – Wiedersehen im April

Vor der Winterpause fertig: das Kleid der Bäuerin

Bad Münder (st). Das Museum Bad Münder im Wettberg‘schen Adelshof macht Winterpause. Mit einem gemütlichen Klönnachmittag im Wettbergsaal gingen die Saison und mit ihr die beiden Sonderausstellungen „Jugendstil“ und „Schneiderhandwerk“ zu Ende. Teamchef Michael Meier freute sich ganz besonders, noch rechtzeitig zum letzten Museumstag in diesem Jahr das fertige „Kleid der Bäuerin“ präsentieren zu können.

Regina Zeiser (l.) im „Kleid der Bäuerin“, das Christa Fiebig (Mitte) und Sigrid Petermann hergestellt haben.  Foto:

In den vergangenen Wochen hatten Weberin Christa Fiebig und Modedesignerin Sigrid Petermann das Kleid hergestellt – weil es aus dem 19. Jahrhundert kaum ein erhaltenes Bauernkleid gibt, hat Meier eben entschieden, nach alten Vorlagen selbst eines zu machen. Fiebig und Petermann haben das Braunschweiger Landesmuseum besucht und dort ein seltenes Stück, das aus Negenborn zwischen Eschershausen und Holzminden stammt, unter die Lupe genommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Vergrößerungsglas zählte Fiebig die einzelnen Fäden des gewebten Stoffes. Denn: Selbst der Stoff wird heute nicht mehr produziert, musste eigens an einem alten Webstuhl im Museum hergestellt werden. Anschließend verarbeitete Petermann die Stoffbahnen live im Museum zum fertigen Kleid.

Die Kopie eines Kleides habe zwar einige Nachteile, sagt Meier, denn sie kann sich dem Original nur annähern – aber: Während eine Museumsmitarbeiterin niemals ein historisches Original zu Vorführungen am Körper tragen würde, bietet sich die Kopie dafür geradezu an. Und so schlüpfte jetzt die Bennigser Studentin Regina Zeiser, eine Bekannte Petermanns, die sich zeitweise bereits als Modell zum Anpassen des Kleides zur Verfügung gestellt hatte, in das nagelneue historische Kleidungsstück und verblüffte die zahlreichen Museumsbesucher. „Es fühlt sich gut an, das Kleid zu tragen, diesen Stoff auf der Haut zu spüren“, sagt Zeiser. Das dicke Gewebe hält zudem warm – in der kalten Jahreszeit eine vorteilhafte Eigenschaft.

In Zukunft soll das Kleid erst bei der Neuheitenvorstellung in der Sparkasse und später im Handwerkerhaus zu sehen sein. „Zu besonderen Anlässen wird dann eine junge Frau das Kleid auch wieder einmal tragen“, sagt Meier.

Mit der abgelaufenen Saison ist der Museumsleiter übrigens sehr zufrieden – und auch der Abschlusstag war gemütlich und unterhaltsam wie in jedem Jahr. Im April 2011 beginnt dann die neue Saison für das Museumsteam.

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