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Vor der Wahl

Bad Münder. Entspannt wirkte Thomas Haß gestern nicht. Kurz vor der Wahl hatte der stellvertretende Wahlleiter im Hamelner Kreishaus nicht nur kurzfristig auf organisatorische Fragen zu reagieren, auch sein Telefon stand kaum still: Reporter aus ganz Niedersachsen interessieren sich für die Wahl, deren Ergebnisse am Sonntag bei Haß zusammenlaufen – die Wahl des Landrates und Rüdiger Butte-Nachfolgers, nicht die Bundestagswahl.

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Die Wahl eines neuen Landrats im Kreis Hameln-Pyrmont gilt als besonders spannend und wird ähnlich aufmerksam beobachtet wie die Oberbürgermeisterwahl in Hannover. Doch ist es in Hannover das Amt an der Spitze der Landeshauptstadt, das das Interesse weckt, sind es im Kreis die Kandidaten. Insbesondere das Abschneiden des ehemaligen niedersächsischen CDU-Innenministers Uwe Schünemann im Vergleich zum SPD-Favoriten Tjark Bartels – mit guten Verbindungen zu Ministerpräsident Stephan Weil – wird beobachtet.

Dass es aller Voraussicht nach für keinen Kandidaten im ersten Durchgang reicht, liegt an der Zahl der weiteren Bewerber: Torsten Schulte (Grüne) und Hermann Schmidtchen (Unabhängige) haben ebenfalls ihre Hüte in den Ring geworfen. „Bei vier Kandidaten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Stichwahl notwendig wird“, sagt Haß – die Vorbereitungen dafür werden in der Kreisverwaltung wie auch bei der Stadt Bad Münder getroffen, erklärt Elisabeth Borcherding, bei der in Bad Münder die Fäden zusammenlaufen.

Bevor jedoch die Spannung der Landratswahl aufgelöst werden kann, steht die Auszählung der Bundestagswahl an. Und die ist deutlich aufwendiger: Für einen von sieben heimischen Kandidaten können die Wähler ihre Erststimme abgeben: Michael Vietz (CDU), Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), Klaus-Peter Wennemann (FDP), Dr. Marcus Schaper (Grüne), Jutta Krellmann (Die Linke), Claudia Schumann (Piraten) und Dr. Manfred Otto (AfD).

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  • Bis 18 Uhr können Sonntag Briefwahlunterlagen abgegeben werden.

Ausgezählt werden muss nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr auch die Zweitstimme. „Ich hoffe, dass wir am Sonntag gegen 18.45 Uhr eine erste Tendenz und dann gegen 20 Uhr ein vorläufiges Ergebnis haben“, sagt Haß. Um 18.01 Uhr wird der große Briefkasten des Kreishauses zum letzten Mal am Sonntag geleert – bis 18 Uhr haben Briefwähler also noch die Chance, einen Wahlbrief rechtzeitig abzugeben.

In Bad Münder können Briefwahlunterlagen am Sonntag noch bis 13 Uhr in den Wahllokalen und bis 15 Uhr im Servicebüro abgegeben werden. Um 15 Uhr endet auch die Ausgabe von Wahlscheinen und Briefwahlunterlagen für diejenigen, die kurzfristig erkrankt sind.

Von der Briefwahl für den Bundestag wurde in Bad Münder bereits reger Gebrauch gemacht: 2482 Wähler gaben bereits bis gestern ihre Stimme ab – 2009 waren es insgesamt nur 2070 Briefwähler.jhr

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