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Ortstermin in Eisbergen: Ein Gedenkstein soll das verwitterte Holzkreuz ersetzen / 27-jähriger Pilot kam ums Leben

Vor 42 Jahren stürzte Starfighter über Wesergebirge ab

Eisbergen (who). Den 11. Juni 1965 wird Karl-Wilfried Pultke niemals vergessen. An jenem Tag stürzte ein Starfighter über dem Wesergebirge ab, der Pilot Günter Pethke kam ums Leben. Der damals 13-jährige Pultke war Augenzeuge.

Piloten nannten den Starfighter nach vielen Abstürzen nur noch "

Die Stadt Porta Westfalica setzt sich nun dafür ein, dass an der Absturzstelle ein Gedenkstein aufgestellt wird, wie Bürgermeister Stephan Böhme bei einem Ortstermin im Eisberger Teil des Wesergebirges mitteilte. Die Bundeswehr hat inzwischen ein entsprechendes Schreiben erhalten. Einige hundert Meter von der Gaststätte "Wandersruh" entfernt erinnert mitten im Buchenwald ein verwittertes Kreuz an jenen Unglückstag vor 42 Jahren. Auf dem metallumfassten Kreuz stehen als Inschrift der Name sowie Geburts- und Todestag des Piloten, der 27 Jahre alt wurde. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich der Erste Beigeordnete der Stadt Porta Westfalica, Kai Abruszat, und Ratsherr Karl-Wilfried Pultke häufiger über die damaligen Geschehnisse unterhalten. Denn beide verbindet eines: Ihre Väter waren Polizisten und gehörten zu den Ersten, die an der Unglücksstelle waren. An jenem Freitagmorgen musste der 13-jährige Karl-Wilfried Pultke am Tieloser Weg in Hausberge die Kühe hüten. Es war gegen halb zehn, als er die beiden Starfighter-Maschinen sah. Diese gehörten zum Jagdgeschwader 71 "Manfred von Richthofen" und waren in Wittmund gestartet. Der 27-jährige Flugschüler und Oberfeldwebel Günter Pethke aus Berlin und sein Fluglehrer befanden sich auf einem Übungsflug. "Sie kamen aus Richtung Süden und flogen in nordöstlicher Richtung", erinnert sich Pultke. Während die erste Maschine knapp über den Wesergebirgskamm flog, schaffte der Flugschüler den Berg nicht. Pultke: "Plötzlich gab es eine riesige Rauchsäule. Das war heftig." Pultke lief zu einer Nachbarfamilie, die die Polizei und Feuerwehr alarmierte. In den Zeitungen stand anderntags, dass der Flugschüler Günter Pethke laut Aussage seines Lehrer in eine Wolkendecke gestoßen war und vermutlich den Übergang vom Sicht- zum Blindflug nicht geschafft habe. Im Starfighter, der wegen seiner Anfälligkeit auch "Fallfighter", "Erdnagel" und "Witwenmacher" genannt wurde, war erneut ein Pilot ums Leben gekommen. Die Unfallstelle war ein einziges Trümmerfeld, die Überreste der Maschine verteilten sich auf Grund der Explosion über eine sechs Hektar große Fläche. Die Bundeswehr sperrte das Gebiet weiträumig ab. Heute steht an der mutmaßlichen Absturzstelle das schlichte Kreuz einige Meter abseits des Wanderweges oberhalb eines kleinen Siektales, beinahe versteckt. Wer es nicht kennt, wird es kaum finden. Bürgermeister Stephan Böhme hat die Idee von Kai Abruszat aufgegriffen und möchte einen Gedenkstein sowie eine Informationstafel anstelle des Kreuzes aufstellen. "Die Gespräche haben gezeigt, dass ein starkes Interesse daran besteht, dieses Stück Historie zu beschreiben und damit auch aufzuklären." Denn 42 Jahre nach dem Unglück gibt es immer noch Fragen und Spekulationen, wie der Ortstermin zeigte. Stadt- und Kreisheimatpfleger Dr. Gerhard Franke unterstützt die Initiative. "Schließlich hat Heimatpflege sehr viel mit Gedenken zu tun." Ein Gedenkstein könne dazu beitragen, dass dieses Ereignis und der Tod des 27-jährigen Günter Pethke nicht in Vergessenheit gerieten. Wünschenswert wäre die Verwendung von Porta-Sandstein, um diesen als Gedenkstein in Erinnerung zu rufen, meint der Heimatpfleger.

Augenzeuge Karl-Wilfried Pultke am Gedenkkreuz. Foto: who
  • Augenzeuge Karl-Wilfried Pultke am Gedenkkreuz. Foto: who


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