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Über Jahrzehnte enge Partnerschaft zu Juden und Arabern / Austausch im Sinn der Völkerverständigung

Vor 40 Jahren: Erste Eilsener Gruppe in Israel zu Gast

Eilsen. Als im September 1966 im Rahmen des CVJM-Clubabends auf dem Idaturm die erste intensive Begegnung mit dem Israeli Moshe Muallem stattfand, war es im Bad Eilser CVJM eine beschlossene Sache: "Wir werden uns im Programm der deutsch-israelischen Jugendbegegnungen einbinden und eine Reise nach Israel unternehmen".

Erinnerung an einen Austausch in Bad Eilsen. Foto: pr

Eine Woche nach dem so genannten Sechs-Tage-Krieg traf schließlich die erste Bad Eilser Gruppe zum Ernteeinsatz im Kibbuz Kfar Harnakabi ein. Der vierwöchige Aufenthalt im Kibbuz machte auch die Menschen zu Freunden, die selbst in den KZ des Naziregimes furchtbar gelitten und schließlich überlebt hatten oder die ihre Angehörigen in den Vernichtungslagern Europas verloren hatten. "Bitte kommt wieder!", hieß es im Kibbuz ganz einmütig. Aus dieser ersten Fahrt wurde dann eine Reihe von 36 Internationalen Begegnungen zwischen Bad Eilsen und Israel. Nach und nach entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zu den Araberdörfern Ibillin und Gush Halav. Außer den jüdischen Begegnungspartnern im Kibbuz kamen junge Freunde in Safed und im Moschav Kerem Ben Zimra dazu. Weitere Beziehungen konnten zu Arabern aus Nazareth und Haifa aufgebaut werden. Zunächst lud man Kibbuzniks als Gäste nach Bad Eilsen ein, um dann - wohl als erste deutsche Gruppe - gemischt jüdisch-arabische Gruppen einzuladen und damit eine Dreieckspartnerschaft zwischen deutschen, israelisch-jüdischen und palästinensischen Jugendlichen aufzubauen. Gemeinsam verbrachte manFerien in Frossee, Berlin, auf der Lorelei und sang sogar in Norwegen. Seminare, Vorträge und Diskussionen trugen zu einer immer besseren Verständigung bei. Der Initiator der Israelbegegnungen, Fritz Winkelhake, führt bis heute viele freundschaftliche Beziehungen zu Israel fort. Nach wie vor fliegt er jedes Jahr mehrmals nach Israel und trifft dort auch seine alten Freunde in den arabischen Dörfern und die vielen jüdischen Bekannten. Um die Jahrhundertwende herum konnten 8000 Mark an Hilfsgeldern für die kleine Christliche Gemeinde von Nablus überbracht werden. Auf dem Bad Eilser Weihnachtsmarkt bietet Winkelhake seit Jahren die Schnitzereien aus Olivenholz an, die in Bethlehem gearbeitet werden. Winkelhake hat mit seiner Lebensgefährtin Elfriede Stuckert die landschaftlichen Schönheiten Israels entdeckt. Etwa 1500 Kilometer haben sie bereits zu Fuß erwandert. Vor allem die Wüste im Westen des Toten Meeres und die Negev-Wüste haben es den beiden angetan. Sie kennen sich dort inzwischen fast so gut aus wie die dort lebenden Beduinen. Gemeinsam mit Freunden erkunden sie auch regelmäßig den Norden Israels und entdecken immer wieder neue Naturwunder. In Israel ist die Erde gespickt mit uralten historischen Relikten aus Tausenden von Jahren. Durch Freundschaften mit wirklich allen gesellschaftlichen, religiösen und politisch wirkenden Menschen im Lande sind sie auch immer ganz dicht am Ohr der Bevölkerung und kennen deren Sorgen und Hoffnungen. Zu ihrem Bekanntenkreis gehören eine ganze Reihe von israelischen Bürgern, die sich persönlich aktiv für eine Verständigung zwischen Christen, Muslimenund Juden einsetzen. Darum, so die beiden Israelfreunde: "Wir lieben dieses Land, trotz aller Kritik an der politischen Führung des Landes!"

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