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Bürgerhilfe Salzhemmendorf in neuen Räumen auf dem Okal-Gelände / „Eine große Hilfe im Alltag“

Von Woche zu Woche steigt die Nachfrage

Das Angebot an frischem Obst und Gemüse wird von den Besuchern der Bürgerhilfe dankend angenommen (li.). Der erste Vorsitzende der Bürgerhilfe, Henning Schröder, führt Buch über die wöchentlichen Besuchszahlen der Bürgerhilfe. Fotos: top

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Salzhemmendorf (top). Geduldig steht Martina Fiebig in der Schlange und wartet darauf, sich ihren Lebensmittelpass für den heutigen Tag abstempeln zu lassen. In den neuen Räumen der Bürgerhilfe auf dem ehemaligen Okal-Gelände in Lauenstein herrscht heute reger Betrieb. Kaum sind die Türen geöffnet, geht es auch schon Schlag auf Schlag. Es geht diszipliniert zu in dem fast 40 Quadratmeter großen Raum, in dem Lebensmittel ausgegeben werden.

„Guten Morgen, Frau Fiebig“, begrüßt der erste Vorsitzende der Bürgerhilfe, Henning Schröder, die Wallenserin, die nun als nächstes an den Tresen zur Lebensmittelausgabe gehen kann. Der familiäre Kontakt ist nicht nur dem Vorsitzenden wichtig, sondern dem ganzen Team. Jeder der ehrenamtlichen Helfer hat ein Lächeln auf den Lippen, und die Kunden der Bürgerhilfe werden jede Woche aufs Neue herzlich aufgenommen.

Langsam stellt Martina Fiebig ihre mitgebrachten Tüten auf den großen Holztisch, der vor dem grauen Tresen steht. „Was darf ich Ihnen denn heute Schönes mitgeben?“, fragt Sigrid Wolff. Die Osterwalderin ist seit Beginn der Bürgerhilfe als ehrenamtliche Mitarbeiterin jede Woche im Einsatz.

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Frisches Brot, Joghurt und allerhand Obst und Gemüse werden über den Tresen gereicht, und Martina Fiebig verstaut die für sie wertvollen Lebensmittel in den beiden großen Kunststofftüten. Die beiden Damen kommen schnell ins Gespräch. Was denn in den einzelnen Ortschaften los sei, Informationen über politische oder kulturelle Ereignisse werden ausgetauscht, aber auch die Frage nach dem Wetter stehen bei den Besuchern und den Mitarbeitern auf dem Plan. „Sich bei diesen Schneemassen nach Lauenstein zu begeben, ist schon ein kleines Unterfangen“, sagt die Wallenserin. Die 43-Jährige, die von Hartz IV lebt, fährt mit zwei Freundinnen in einer Fahrgemeinschaft. Schließlich könne man so am besten Kosten sparen, fügt sie hinzu. Das große Angebot an frischem Obst und Gemüse erfreut die Tierliebhaberin heute besonders. „Leckere Bananen oder auch knackige Äpfel zu essen, ist ganz besonders schön.“

Und heute gibt es davon reichlich in der Lebensmittelausgabe. „In dieser Woche haben es die Spender mit uns gut gemeint“, bekennt Henning Schröder. „Eine solch große Auswahl an frischen Lebensmitteln ist schon beachtlich.“ Daher ist es am heutigen Tag auch den Mitarbeitern möglich, jedem, der es wünscht, frisches Obst und Gemüse mit auf den Heimweg zu geben. „Gerade heute haben Personen aus 50 Haushalten die Leistungen der Bürgerhilfe in Anspruch genommen“, sagt Henning Schröder.

Immer noch gehen wöchentlich Neuanmeldungen für die Bürgerhilfe ein. „Das ist zum einen sehr positiv, da wir wissen, dass wir gebraucht werden. Doch es gibt immer zwei Seiten der Medaille.“ Denn auch wenn die ehrenamtlichen Helfer die Anerkennung schätzen, berühren die Schicksale der Menschen die Helfer. Für Martina Fiebig steht auf jeden Fall fest, dass die Leistung der Bürgerhilfe „eine große Hilfe im Alltag“ ist.

Als Dank organisierte die Wallenserin mit den anderen Bedürftigen kleine Geschenke, über die sich die ehrenamtlichen Helfer sehr freuten. Denn nicht nur während der Öffnungszeiten der Bürgerhilfe sind die vielen Helfer da. „Gerade die Vor- und Nachbereitungszeit verlangt viel von uns ab“, sagt Brigitte Malinski. Seit September unterstützt die Rentnerin die Arbeiten der Bürgerhilfe und ist dafür dreimal in der Woche im Einsatz. „Das Einsammeln der Lebensmittel, die Sortierung der Waren sowie das Säubern der Ausgaberäume sind nur einige der Aufgaben.“ Die Bürgerhilfe befindet sich seit neuestem auf dem ehemaligen Okal-Gelände. Von der Änderung des Ausgabetages auf den Freitag bleiben die Öffnungszeiten von 10 Uhr bis 12 Uhr unberührt. Es wird gebeten, auf dem gegenüberliegenden Parkplatz (ehemaliger Mitarbeiterparkplatz) zu parken.

„Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, das Angebot der Bürgerhilfe zu erweitern“, sagt Henning Schröder. Beispielsweise soll die Ausgabe von Kleidungsstücken in den neuen Räumlichkeiten erfolgen. „Einen festen Termin haben wir allerdings noch nicht“, fügt der erste Vorsitzende hinzu.

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