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Angelika Milster bietet mit Musical und Klassik den Zuhörern eine Achterbahn der Gefühle

Von Leid und Lust, Lebensfreuden und Dramen

Bückeburg (dis). Musicals boomen momentan wieder in Deutschland, Klassisches aber auch. Das hat Allroundtalent Angelika Milster sich zunutze gemacht und tourt unter dem Motto "Classic meets Musica l" sehr erfolgreich durch die Republik. Am Montagabend beehrte sie samt adäquatem Pianisten Jürgen Grimm eine große Fangemeinde in der fast ausverkauften Stadtkirche.

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Dass die charismatische Sängerin mit ihrer sehr kräftigen, dunkel gefärbten, durchdringenden und doch ganz eigenwilligen Stimme neben der leichten Muse den Liedgesang zu ihrer Domäne zählt, hebt sie aus dem gängigen Rollenschema ihrer Kolleginnen wohltuend heraus. Und wenn jemand - wie die Rezensentin und andere "Leidensgenossen" - hinten auf der Empore sitzt, die Milster nicht sieht und es noch dazu keine Programme und Ansagen gibt, trotzdem ziemlich rasch Gefallen an den so andersartigen Umsetzungen findet, muss diese Aktrice ja das gewisse Etwas haben. In den Dienst ihrer Darstellungskunst gestellt, ergaben sich dank des unverwechselbaren Timbres mit "Guten Abend, gute Nacht", dem heiklen "Ave Maria", "Ave Verum" und anderen Kostbarkeiten dieser Art rasch beglückende Momente erfüllter Aussagen. Weitere Pluspunkte sammelte die film- und fernsehbekannte Vokalistin bei italienischen Tenorarien, denn sie lotete das klangliche Feld auf ihre spezielle Art nach allen Seiten aus, genauso wie Bernsteins "Somewhere", "The Rose" und "From a Distance". Der einstige Cats- Star liebt übrigens nach eigenem Bekunden Herausforderungen und will nicht aufhören, vom großen Musikkuchen zu naschen. Die Milster, die von Haus aus auch umwerfend komisch sein kann, setzte ihren pausenlosen Auftritt mit einemÜberraschungsteil fort und beschritt dabei eine Achterbahn der Gefühle. Man vernahm eine Interpretin, die geschickt zwischen den Stilen pendelte, indem sie viel mitzuteilen wusste: von Leid und Lust, Gemütserregungen und ganz unterschiedlich durchpulsten Lebensfreuden und Dramen en miniature. Sie machte klar, dass Liebe so wie ein Messer ist, welches in dir sticht, und sang: "Du bist wie der Wind in meinen Haaren", um melancholisch hinzuzufügen: "Was für ein Tag!" Mitten ins Herz zielte am Ende das ausdrucksvolle "Jerusa- lem". Die unverwechselbare Milster war dabei mal herb, mal samtig wie geschmolzenes Zartbitter. Zum Finale: Langer Jubel, ein Cats-Ohrwurm und "Der Mond ist aufgegangen" als Zugabe.



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