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Von Bad Münder mit dem Traktor nach „Büttenwarder“

BAD MÜNDER/GRÖNWOHLD. Eine Aufgabe, wie sie sich nur echte „Büttenwarder“-Fans stellen können: Die Drehorte der NDR-Kultserie besuchen – und das stilecht mit Oldtimer-Traktoren von Bad Münder aus. Lange hatten Mathias Meier, sein Sohn Patrick und Gunter Kaspaschek diese Idee weiterentwickelt.

Der „Gasthof unter den Linden“ dient als Kulisse der Kneipenszenen in der NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“. Das Beweisfoto ist für die drei Münderaner Pflicht.

Dann ging es an die Planung und schließlich wurden die Traktoren abgeschmiert, betankt und ein Wohnwagen angehängt. Das Ziel der Münderaner: Die Original-Drehorte im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein.

Oldtimertraktoren sind eine Leidenschaft der drei gestandenen Münderaner, die Serie „Neues aus Büttenwarder“ mit Jan Fedder und Peter Heinrich Brix in den Rollen der Bauern Kurt Brakelmann und „Adsche“ Tönnsen eine andere. Warum also nicht beide Leidenschaften verbinden? Der Kramer Baujahr 1959, der Mc Cormick von 1963 und auch der John Deere von 1975 waren gut in Schuss, als sich die drei Münderaner jetzt auf den Weg machten. Wo andere nur über Entschleunigung reden, wurde sie von den drei Treckerfahrern gelegt – in gemütlichem Traktor-Tempo ging es gen Norden. Immer vorweg: Mathias Meier am Steuer des 14-PS-Kramer, das Navi in Sicht- und die Karte in Reichweite. Die Auswahl der zugelassenen Straßen für ihre Traktoren hatten sie bereits bei der Planung in den Blick genommen, und bis auf einen kleinen Patzer bei Neustadt passte die gewählte Route. Wer allerdings mit nur geringer Geschwindigkeit über Land fährt, der bekommt viel von seinem Umfeld mit . Und so fiel den Münderanern schnell auf, dass sie auffielen. Gerade erst gingen Bilder des als Trecker-Willi bekannten Rentners Winfried Langner und seiner 2000-Kilometer-Fahrt Richtung St. Petersburg um die Welt, als Patrick Meier stilecht mit Brakelmann-Mütze und seinen Mitstreitern durch Dörfer und Städtchen tuckerte. „Uns wurde viel zugewunken und bei Pausen kamen wir mit so manchen Treckerfreunden ins Gespräch“, berichtet Vater Meier.

Nach einer ersten Übernachtung auf einem Campingplatz bei Soltau waren am Nachmittag des zweiten Reisetages die insgesamt 222 Kilometer Anreise geschafft. Wohnwagen und Anhänger wurden auf dem Campingplatz abgestellt und dann ging es mit den Treckern direkt zum Ziel ihrer Reise: „Lütt un Lütt“ wollten sie bestellen, stil- und serienecht im Dorfkrug bei „Shorty“. Doch statt des Serien-Wirts stand im „Gasthof unter den Linden“, der Original-Kulisse, Ruthild Oetjen hinter der Theke in Grönwohld. Sie bewahrt die Kneipe so, dass jederzeit wieder gedreht werden könnte, und schenkt begeisterten Seriengästen auch gern die Kult-Kombination „Lütt un Lütt“ – für Nichteingeweihte: Köm und ein kleines Bier – aus.

Die Details der Kneipe, vom Goldfisch im Glas bis zum Mobiliar, begeisterten die Münderaner, schnell wurden einige Erinnerungsfotos gemacht. „Büttenwarder“-Touristen sind am Tresen gar nicht selten, und unter den unzähligen Freunden von Kurt Brakelmann und Adsche findet sich auch so mancher Treckerfahrer. Einen Mangel an Gesprächsthemen gab es also nicht.

Die Zeit vor Ort reichte für kurze Ausflüge zu weiteren Drehorten: Zum Dorfteich, zur Villa des Bürgermeisters Schönbiehl, zum Altenheim vom Onkel Krischan und natürlich zum Hof von Brackelmann, wo auch noch die Requisiten vom letzten Dreh zu sehen waren. „Dieser ist aber nicht mehr bewohnt und die Hühner, die in der Fernsehserie zu sehen sind, werden zu den Aufnahmen mitgebracht“, erfuhren Meier und seine Mitstreiter.

Nach drei Nächten traten sie die Heimreise an. Ihre Trecker überstanden den Ausflug ohne Probleme, das mitgenommene Werkzeug wurde nicht gebraucht. Daheim allerdings überraschte Patrick Meier seine Reisegefährten mit einer klaren Ansage: „Ich steige vier Wochen nicht mehr auf den Kramer“. Kein Wunder, denn der Sitz des Oldies ist nicht für lange Reisen ausgelegt und ungefedert. rp



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