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Der Kurort und seine wechselvolle Geschichte / Wanderung mit Friedrich Winkelhake

Vom Weltbad bis zum Airforce-Hauptquartier

Bad Eilsen (sig). Nicht viele Orte im Schaumburger Land haben eine so wechselvolle Geschichte hinter sich wie Bad Eilsen. So nimmt es nicht wunder, dass rund 20 Teilnehmer der Einladung des Heimat- und Kulturvereins zu einem "Historischen Rundgang" folgten. Der Vorsitzende Friedrich Winkelhake begann die dreistündige Führung an der Christuskirche.

Nur wenigen Einheimischen mag bekannt sein, dass sich im Rottfeld derälteste Hof des Kurortes befindet. Er gehört der Familie Möller. Winkelhake berichtete über den Gründer der ersten deutschen Sparkasse, Friedrich Witte, und über die international bekannten früheren Augenärzte Graf Wiser und Friedrich von Tippelskirch. Besondere Verdienste um das geistlicheLeben erwarb sich der einstige Ziegeleibesitzer Keiser. Ein Mitglied der Familie von Stein lud ein, die Anlage der Augenklinik von 1950 anzuschauen. Beim Spaziergang besichtigte man auch die Relikte der Bahnanlagen der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn und des Eilser Minchens. Dazu gehören der Bahnhof, die Bahnsteige an der Wilhelmshöhe, der Tunnel in Ahnsen und die Eisenbahnhochbrücke im Kurpark. Beim Stollenmundloch des Ahnser Kohlenbergbaues berichtete Winkelhake vom Bergbau in Eilsen, von den Anlagen der Focke-Wulf-Werke unter der Erde sowie vom Luftschutzbunker, der während der letzten Kriegsjahre den Einwohnern von Ahnsen und Bad Eilsen Sicherheit bot. Behandelt wurden auch die Erlebnisse während der letzten Kriegstage und das Arbeitserziehungslager im Grenzbereich zwischen den beiden Orten. Am Rande der Schlammteiche kam Winkelhake auch darauf zu sprechen, das Bad Eilsen dasälteste deutsche Schwefelschlammbad gewesen sei. Leider wird dieses Heilmittel heute hier nicht mehr eingesetzt. Beim Ahnser Auewehr hatten Tochter Bettina Winkelhake und ihr Ehemann Klaus Tische gedeckt und die Wanderer mit Kaffee und Kuchen sowie kühlen Getränken versorgt. Anschließend ging es durch den Kurpark zurück zur Christuskirche. Noch einmal wurde über die Zeit der Zweckentfremdung des Bades gesprochen, als erst Hermann Göring hier Teile der Focke-Wulf-Werke angesiedelt hatte und danach die britische Luftwaffe ihr Hauptquartier einrichtete. Winkelhake berichtete außerdem über die Blütezeit des Bades, als viele prominente Gäste vom Hochadel, aus Politik, Kultur und anderen Bereichen hier weilten. Auch an die Hotelierfamilien Rinne und Drinkut wurde erinnert. Termin: Gemeinsam wurde festgelegt, dass am Sonntag, 12. Oktober, der nächste Rundgang stattfindet. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr das "Haus des Gastes". Dann will sich Friedrich Winkelhake mit dem Villenviertel befassen und mit den Persönlichkeiten, die dort einst gelebt haben. Weitere Stationen sind die frühere Augenklinik, die Grabstätte des Ehepaars Wiser, die einstige Feldziegelei und der Tontaubenschießstand. Eine "Sausenstation" wird es unterwegs auch wieder geben.




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