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Wittus Witt in der "Nachtausgabe" - und das Publikum ist völlig verzaubert

Vom "Vergnügen zu betrügen" - so bleibt wahre Zauberkunst am Leben

Rinteln (cok). Ein wirklich großer Zauberer war zu Gast in Rinteln, Wittus Witt, ein Gentleman und Meister der alten Schule, der sein Publikum während der jüngsten "Nachtausgabe" in der Volksbank mit leichter Hand zum Staunen bringen konnte, ohne großes Equipment, aber dafür mit dem, was er die "Psychologie der Täuschung" nannte.

Meister der Täuschung, der auch das richtige Buchzitat zitieren

Gekleidet in schwarzen Anzug, Weste, weißen Schal - in den Lackschuhen waren rote Schnürsenkel - inszenierte er all die alten und immer wieder neuen Zaubertricks als ein psychologisches Spiel zwischen Zauberer und Publikum und mit charmanter Plaudererei, die immer wieder versprach, die Geheimnisse des Zauberns zu lüften, um sie dann doch geheimnisvoller denn je erscheinen zu lassen. "Ich habe das Vergnügen zu betrügen", sagte er. "Und Sie sollten um Ihres eigenen Vergnügens willen niemals versuchen, wirklich hinter die Tricks zu kommen." Diese Mahnung war allerdingsüberflüssig, wie man gleich zu Beginn merken konnte, als er versprach, zu zeigen, wie es möglich sei, aus einer vor den Augen der Zuschauer zerrissenen Serviette wieder ein ganzes Stück zu machen. Tatsächlich knüddelte er die Fetzen so geschickt zwischen den Fingern zusammen, dass er problemlos eine zweite, heile Serviette ausbreiten konnte. Doch kaum dachte man: "Aha, so geht das also!", hatten sich rätselhafterweise auch die Fetzen wieder nahtlos zusammengefügt. So schön ging das den ganzen Abend. Wittus Witt ließ Metallringe ineinander gleiten und zog sie bruchlos wieder auseinander, er zeigte das ganze Programm der "Knotologie" als die Kunst, Seile wundersam zu verlängern, zu verkürzen, einhändig Knoten zu schlagen und die Seile dann gerade ohne Knoten miteinander zu verbinden. Und er spielte jede Menge Kartenspielereien, dabei immer in enger Verbindung mit seinem Publikum, zum fröhlichen Lachen für alle, doch niemals auf Kosten seiner Mitspieler. Wenn Zeitgeist-Zauberer wie David Copperfield ihren Maschinenpark auffahren lassen, um Elefanten zum Fliegen zu bringen und Menschen an ferne Ort zu versetzen, so weiß man als Zuschauer immer, dass moderne Technik die Zauber-Illusion ermöglicht. Rätseln, wie das eigentlich geht, macht da gar keinen Sinn mehr. Wittus Witt aber zaubert auf eine Weise, die einen nicht loslässt: Wie nur kann es möglich sein, dass seine Kunst gelingt? So holte er zum Beispiel ein verschlossenes Glas voller Erdnüsse hervor, damit die Anzahl der Nüsse geschätzt werde. Im gemeinsamen Hin und Her ergab sich eine Zahl, genau dieselbe Zahl, die auf einem im Glas vorher platzierten Zettel stand, der vor den Augen der Zuschauer zusammen mit den Nüssen auf ein Tablett fiel. Was soll man da noch anderes tun als einfach denken: Der Mann kann wirklich zaubern! Seit 1975 tritt der weißhaarige Charmeur auf den Bühnen Deutschlands auf, unzählige Male zauberte er im Fernsehen und seine Wortgewandtheit ließ sogar Radiosendungen mit erzählend vorgeführten Zaubertricks zum Faszinosum werden. Er veröffentlichte Bücher, veranstaltete Ausstellungen alter Zauberkästen und ist der Herausgeber der "Magischen Welt", der auflagenstärksten Fachpublikation in ganz Europa. Solange Meister wie er unterwegs sind, wird die wahre Zauberkunst am Leben bleiben.



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