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Wäscherei Eggers feiert ihr 125. Firmenjubiläum / Moderne Anlage sorgt für frische Wäsche

Vom heißen Eisen zum innovativen Dienstleister

Bückeburg (kk). Das hat sich Wilhelmine Eggers sicherlich nicht träumen lassen, als die Plätterin sich 1883 selbstständig machte und ihre ersten Kunden suchte: Heute versorgen ihre Nachkommen 2700 Kunden in Niedersachsen, Ostwestfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit frischer Berufskleidung, Seifen- und Stoffhandtuchspendern, Mietfußmatten und auf Wunsch auch mit frisch gepflegten Oberhemden. Frau Wilhelmine käme - wie viele der heutigen B esucher an der Kurt-Rabe-Straße - aus dem Staunen nicht heraus: Da sausen täglich tausende frisch gewaschener Kleidungsstücke wie von Geisterhand geleitet über eine hochmoderne Sortieranlage, um automatisch der passenden Tour einer der Auslieferungsfahrer zugeordnet zu werden.

Während die Firmengründerin mit ihrem Plätteisen noch schwere körperliche Arbeit verrichten musste, übernimmt heute ein neuartiger energiesparender "Tunnelfinisher" vollautomatisch ihre Arbeit. Trotzdem sind Menschen natürlich in der Firma Eggers Textilpflege im 125. Jahr ihres Bestehens nichtüberflüssig - im Gegenteil: Auf die 78 Mitarbeiter lassen die Geschäftsführer Bernd und Di etmar Eggers nichts kommen. Die Aufgaben haben sich zwar im Laufe der Zeit gewandelt, ohne ihr Engagement und ihre Akkuratesse könnte sich heute aber kein Dienstleistungsunternehmen am Markt halten. Fragt man einen Bückeburger nach der Firma Eggers, wird der antworten: "Das ist doch die Großwäscherei.... Recht hat der Mann - aber nur zum Teil. In dem lang gestreckten Hallenkomplex an der Kurt-Rabe-Straße trifft der Besucher nämlich auf viel mehr als auf Kompetenz in Sachen Textilpflege. "Unsere Stärke ist auch die Logistik," erklärt Geschäftsführer Dietmar Eggers nicht ohne Stolz. Heute zählt die Firma mit Betriebsstätten in Bückeburg und Querfurt 2700 Kunden - vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Marktführer in der Lebensmittelbranche. 78 Eggers-Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Beschäftigten der Kunden täglich saubere, ordentliche und hygienisch einwandfreie Berufskleidung zur Verfügung haben. Dabei wird den Kunden ein Komplett-Service vom mitgelieferten Schrank über die eigentlichen Kleidungsstücke bis zum Reinigungs- und Reparaturservice angeboten. 14 Fahrer sorgen auf festen Touren dafür, dass die Kunden pünktlich beliefert werden. Gleichzeitig bringen sie verschmutzte Kleidung vom farbigen Handwerker-Overall bis zum weißen Hygienekittel zurück in die Firma. Hier werden erst einmal die Taschen gelehrt, auf einem Berg landen Zigaretten, Taschentücher, Kleingeld und gelegentlich sogar einmal ein Handy. Anschließend werden die Kleidungsstücke gewaschen. Einige Maschinen erinnern noch an überdimensionale Haushaltswaschmaschinen, die Hauptlast trägt aber eine 13 Meter lange automatische Waschstraße mit hintereinanderliegenden Trommeln. Es schließt sich eine große Schleuder an, die bereits im "reinen" Bereich der Firma steht. Wer hier herein möchte, muss Kittel tragen und sich zunächst die Hände desinfizieren. Die noch feuchte Wäsche wird maschinell leicht aufgebügelt und kommt dann in den sogenannten Tunnel-Finisher. Hier wird automatisch besonders energiesparend getrocknet und geglättet. Apropos energiesparend: Besonders stolz ist man bei Eggers auf ein ausgeklügeltes Umweltmanagement. Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet, Restwärme zum Vorheizen der Waschlauge genutzt. Bevor ein Kleidungsstück auf den Weg zum Kunden geschickt wird, kontrollieren Mitarbeiterinnen es auf Schäden und Restschmutz. Was nicht in Ordnung ist, wird markiert, geht erneut in die Wäsche oder in die hauseigenen Reparatur-Schneiderei. Doch wie findet der Overall des Kundendienstmonteurs Müller der Elektrofirma Meier in - sagen wir mal - Osnabrück den Weg zurück zu seinem Träger? Computertechnik, Lesegeräte und ein automatisches Transportsystem machen es möglich. Im Kittel befindet sich ein Strichcode ähnlich dem, den man von der Supermarktkasse kennt. Hier sind alle wichtigen Daten des Kunden und der Auslieferungstour enthalten. Am Bügel, auf dem Müllers Overall inzwischen hängt, befindet sich ein Computerchip. Rechnergesteuert wird das Kleidungsstücke nun über eine automatische Sortier- und Transportanlage zunächst in ein Zwischenlager gefördert und später derAuslieferungstour eines Fahrers zugeordert. Der fährt einmal wöchentlich die Firma Meier an und sortiert den Overall ins Schrankfach des Monteurs. Die Firma Eggers ist einer der Gründer DBL Verbundes für Mietberufskleidung. Die dahinterstehende Idee war Anfang der siebziger Jahre wegweisend. Mittelständler beschlossen eine umfassende Kooperation, um Berufskleidung mit komplettem Service an ihre Kunden zu vermieten. Jede Firma agiert selbstständig und genießt dabei Gebietsschutz. Gemeinsam werden Synergieeffekte etwa für den Einkauf, das Marketing oder den technischen Erfahrungsaustausch genutzt. Und wie sieht die Zukunft aus? Dietmar Eggers istüberzeugt, dass die Firma mit Flexibilität und Kundenfreundlichkeit auch in den nächsten Jahrzehnten am Markt bestehen wird: "Wir setzen auf die enge Verbindung von traditionellen Werten und moderner, innovativer Dienstleistung - aus Deutschland für Deutschland!"




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