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Christopher Wuttke mit 30 Frauen im Heuhotel: Der potenzielle CDU-Kandidat stellt sich vor

Vom Discojünger zum großen Hoffnungsträger

Landkreis . Aus seinem Ziel macht er kein Hehl: Wenn der nächste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Schaumburg/Nienburg morgens in Berlin in den Spiegel schaut, dann will Christopher Wuttke sich selber sehen.

Autor:

Frank Westermann

Der 35-jährige Bückeburger Unternehmer ist der hoffnungsvollste Schaumburger CDU-Kandidat auf ein Bundestagsmandat seit gefühlten 100 Jahren - vor der Kreis-Frauen-Union gibt der Bückeburger im Gelldorfer Heuhotel Eggelmann seine Visitenkarte ab. Es dauert zwei Minuten, dann hängen nicht nur die weiblichen Zuhörer an den Lippen des Hoffnungsträgers. Eine Hürde ist noch zu nehmen: Wuttke muss am 29. September von den Nienburger und Schaumburger Mitgliedern auf den Kandidatenschild gehoben werden. Zwei Mitbewerber wird es geben, Wuttke hat rein rechnerisch die besten Karten, bei dieser Urwahl haben die Schaumburger die Überhand: 1400 Mitglieder gegen 1200 Parteifreunde aus Nienburg; Schaumburgs CDU, daran ließ Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Drewes vorgestern Abend keinen Zweifel, wird diese einmalige Chance nicht verspielen. Wuttke punktet mit seiner Biografie: Als er 23 Jahre jung war, klingelte das Schicksal in Gestalt von Polizeibeamten an seiner Haustür: Der Vater, der Unternehmer, war bei einem Unfall ums Leben gekommen, von einem Tag auf den anderen änderte sich das Leben des damaligen Discojüngers gravierend: "Ich musste erwachsen werden." Heute ist die Firma "drei Mal so groß wie vor zwölf Jahren", sagt Wuttke, selbst wenn er für den Rest seiner Tage im Bundestag für den Wahlkreis Nienburg/Schaumburg wirken könnte, so habe er seine "größte Lebensleistung" schon vollbracht: "120 pünktlich gezahlte Monatsgehälter." Er habe "Rechenschaft darüber abgelegt, ein Unternehmen führen zu können". Einfache Bilder, die emotional aufrühren und die Zuhörer mitnehmen: Wuttke ist ein begabter Rhetoriker, der damit kokettiert, frei reden zu können - um dennoch gerne mal auf Stichworte zurückzugreifen. Er präsentiert sich als ein fest im Leben stehender aus Bayern zugewanderter Schaumburger, der erklärt, genau zu wissen, was seine potenziellen Wähler nicht wollen: für dumm verkauft werden. Vollbeschäftigung, eine bezahlbare Gesundheitspolitik für alle, Steuersenkungen - das als Kandidat zu versprechen, sagt Wuttke, "all' diese Floskeln", die könne man sich schenken, weil sie bei einem politischen Neuling doch gar nicht glaubhaft seien: "Wenn ich in Berlin im ersten Monat mein Büro finde, dann ist das schon eine echte Leistung." Wie er gesehen werden möchte, umschreibt er so: "Als jemand, der sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt - aber dann auch tut, was er sagt." Die sogenannte Gutmenschenpolitik, die sei mit ihm nicht machbar: Gerade in Haushalts-Konsolidierungsphasen solle man nicht nachgeben, wenn das Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, spannt er den Bogen auf die Niedersachsen-Ebene. Gewinnt er die Kandidatenkür, ist er der direkte Gegenkandidat des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy, dessen Namen er einmal nennt: "Zehn Jahre reichen", und auf den er sich bezieht, als er seinen Nachteil im Wahlkampf eingesteht: "Ich habe keinen Hund." Rein theoretisch können weitere Kandidaten noch in dieser Woche ihren Hut in den Ring werfen, aber, so formulierte es Waltraud Bauer als Vorsitzende der Kreis-Frauen-Union, "das wollen wir gar nicht".




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