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Sport- und Musikfest: Sportler, Standinhaber und Sponsoren enttäuscht

Voller Einsatz an Geld und Arbeit - doch Resonanz bleibt fast völllig aus!

Rinteln (ur). Zum "Ersten Rintelner Sport- und Musikfest" hatte der VfB Rinteln für gleich drei Tage auf die Burgfeldsweide geladen, und man muss ganz ohne Häme konstatieren: Der Versuch ist in geradezu niederschmetternder Weise gescheitert.

Hier gibt's Autogramme.

Dabei hatten sich die Initiatoren durchaus Mühe gegeben, ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen: Bereits am Freitag stieg ein gut besetztes Turnier der Alten Herren mit zehn Mannschaften, das mit einer Oldie-Party ausklingen sollte - leider trotz freien Eintritts unter weitgehender Nichtbeachtung durch das Publikum. Am Sonnabend schließlich gab es nach einigen Einlagespielen Gelegenheit, die Traditionself von Hannover 96 in einem Match mit einer Rintelner Stadtauswahl unter Kapitän Hans-Georg Dlugosch zu erleben. Und obwohl in den Reihen der "Roten" Nationalspieler, Pokalsieger und Torschützenkönige der Bundesliga standen, waren zu diesem Spiel nicht einmal 200 Menschen auf dem Platz - Spieler, herumtollende Jugendliche, Sicherheitsdienste, Service-Personal und Funktionäre eingeschlossen. Als Schiedsrichter liefübrigens Ratsherr Heinrich Sasse auf, dem seine Aufgabe allerdings in einem recht leidenschaftslosen Spiel auf verkürztem Spielfeld nicht sonderlich schwer gemacht wurde. Die Ex-Profis aus Hannover siegten bei angezogener Handbremse in zwei mal 30 Spielminuten mit 8:5über die Elf aus der Weserstadt, obwohl diese schon in der ersten Spielminute durch ein Tor von Peter Dresenkamp vom TuS Krankenhagen zunächst sogar in Führung gegangen war. Angesichts der schwachen Zuschauerkulisse gelang es auch Stadionsprecher Frank Rasche von Hannover 96 trotz allem Stimmeinsatz nicht, so etwas wie Stimmung aufkommen zu lassen, und so herrschte hinter den Tornetzen beim Herumkicken der Kinder manchmal mehr Atmosphäre als auf dem Platz - inspiriert auch durch den 96-Profi Siggi Reich, der nicht nur im Spiel dabei war, sondern auch bei der "Goal Kids"-Torwartschule. Entsprechend lange Gesichter bei den Betreibern der reichlich vorhandenen Bier- und Imbissstände, von denen wohl niemand auf seine Kosten kam. Gähnende Leere auch bei der kleinen Kfz-Ausstellung mit den neuesten Modellen, die von zwei Autohäusern geboten wurde, und auch Tombolalose fanden trotz attraktiver Preise nur müden Absatz. Im VTR-Heim gab es derweil eine rechtüppige Auswahl an Kuchen und Torten, die hoffentlich noch Liebhaber zum Mitnehmen fanden, und das in letzter Minute noch herbeigeschaffte Kinderkarussell drehte sich mangels Nachfrage nur für wenige Fahrten. Zu bedauern waren auch die Musiker der Band "Country Rebels", die dennoch auf der riesigen Sparkassenbühne mit Unterstützung des Technik-Teams der Carambolage Music Hall vor entmutigend wenigen Zuhörern ihr Bestes gaben. Recht entttäuschend ebenso die Resonanz beim "Jugend- und Familientag" am Sonntag, mit Damenfußball und zusätzlichen Angeboten von Feuerwehr und THW, wobei VfB-Vorsitzender Rüdiger Bode noch gegen Mittag auf eine Wende wartete: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." So viel Mühe, so viele investierte Mittel - und dann ein solches Desaster! Bei der Ursachenforschung waren sich Vereinsvertreter, Sponsoren und Standbetreiber nicht einig: Lag es nun an Fehlern in derÖffentlichkeitsarbeit, an parallelen Veranstaltungsangeboten oder schlicht daran, dass die Burgfeldsweide im Bewusstsein vieler Rintelner immer noch "jott-we-de - janz weit draußen" liegt? "Am Steinanger wären sicher noch einige Hundert dazugekommen, die spontan vom Markt oder aus der Fußgängerzone durch den Blumenwall gekommen wären", meinten jedenfalls einige Besucher am Bratwurststand und gaben dies dem Berichterstatter als Empfehlung an die Organisatoren für das nächste Mal mit auf den Weg. Ob es aber nach diesem Tiefschlag ein nächstes Mal geben wird? Trotz aller Hilfe durch die Sponsoren dürfte diese Veranstaltung jedenfalls ein tiefes Loch in die Vereinskasse gerissen und auf die Aktiven durchweg demoralisierend gewirkt haben...

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