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Volksbank-Fusion: Entscheidung am 10. August

BAD MÜNDER. Am 10. August sollen 136 Vertreter der Volksbank Bad Münder über den Zusammenschluss ihres Hauses mit der Volksbank Hameln-Stadthagen abstimmen. Mindestens 50 Prozent müssen für die Fusion stimmen.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Auch die Versammlung der Vertreter aus Hameln und Stadthagen darf zu keinem anderen Ergebnis kommen. „Sagt die Mehrheit Nein, ist das Thema durch“, erläutert Bankvorstand Stefan Markwirth.

Der mündersche Bankchef lässt keinen Zweifel daran, dass er voll hinter der Fusionsidee steht. „Wir haben jetzt aus einer Position der Stärke heraus in die Verhandlungen gehen können und haben sehr viel hier für Bad Münder erhalten“, sagt Markwirth. Angesichts der Auslastung der Volksbank-Rechenzentren könne der Schritt noch in diesem Herbst vollzogen werden – oder aber erst wieder im Jahr 2019. „Und das wäre eine sehr harte Zeit geworden“, stellte der Vorstand vor heimischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft heraus. Deren Reaktionen deckten sich mit denen, die die führenden Mitarbeiter der Bank seit Bekanntwerden der Fusionsplanungen registrieren: Nicht unbedingt Begeisterung bei Kunden und Aufsichtsratsmitgliedern, aber durchaus Verständnis für die Situation. Überrascht habe ihn die Reaktion der Belegschaft, räumt Markwirth ein. Mit ehrlicher Freude sei die Mitteilung aufgenommen worden. Die Mitarbeiter wissen, in welchem Umfeld sich Banken derzeit bewegen. Markwirth macht kein Hehl daraus, dass das Geschäft deutlich schwieriger geworden ist. Sein Beispiel: Der Blick auf die Planzahlen des Jahres 2018 lasse einen um 800 000 Euro geringeren Zinsüberschuss erwarten als der des Jahresabschlusses 2015 – und dabei handle es sich lediglich um die Überschüsse aus den Verträgen, die auslaufen und zu neuen, geringeren Zinsen verlängert werden müssen.

In den vergangenen Wochen sind die Fusionsverhandlungen weiter fortgeschritten. Dass Bad Münder neben Hameln und Stadthagen zur dritten Hauptstelle der neuen Volksbank Hameln-Stadthagen wird, war bereits bekannt. Bad Münder werde zwar – ähnlich wie Bad Pyrmont oder Hessisch Oldendorf – nicht im Namen geführt, im Gegensatz zu den beiden anderen Städten aber sehr wohl im Aufsichtsrat vertreten sein: Zwei Sitze gehen an Bad Münder, damit werden der bislang achtköpfige Aufsichtsrat mit je vier Mitgliedern aus Hameln und Stadthagen auf zehn Sitze anwachsen. Profitieren werde die Kurstadt auch durch die Konzentration der Telefonservice-Zentrale für die gesamte Bank zwischen Deister und Süntel, ein Bereich, der nach Angaben Markwirths immer stärker wird. „95 Prozent aller Kundenanfragen kommen inzwischen per Telefon oder Internet, nur noch fünf Prozent über den direkten Kontakt zum Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Das war auch der Grund, warum wir uns im vergangenen Jahr für die Schließung der Filialen Hachmühlen und Eimbeckhausen entschlossen haben.“

Als eigenständige Gesellschaft soll auch der Immobilienbereich Vowo in Bad Münder erhalten bleiben. Und Markwirth kündigte Bürgermeister Hartmut Büttner bereits an, demnächst über die Ausweisung eines neuen Baugebietes sprechen zu wollen. Denn: Das Gebiet Nördliches Südfeld, das aktuelle Projekt der münderschen Bank, entwickle sich ausgesprochen positiv. „18 der 19 Grundstücke sind fest reserviert. Mit neun Interessenten habe ich selbst gesprochen: Die Leute wollen bauen.“ Im September sollen die Erschließungsarbeiten beginnen, Markwirth rechnet mit einer Beendigung im November – „ab Dezember könnte dann gebaut werden“. Bis dahin soll dann auch die Fusion unter Dach und Fach sein.

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