weather-image
26°
Die Standorte Flegessen, Hachmühlen und Eimbeckhausen sollen aufgegeben werden

Volksbank schließt Filialen

Bad Münder. Vor Monaten schon hatte Vorstandssprecher Stefan Markwirth es im vertrauten Kreis angekündigt – jetzt ist es offiziell: Die Volksbank Bad Münder schließt zum 1. März kommenden Jahres drei ihrer fünf Standorte.

270_008_7808286_lkbm_vobaeimbeck_2543.jpg

Autor:

Marc Fügmann

Erhalten bleiben nur die Zentrale in der Kernstadt und die Geschäftsstelle in Bakede. Dort allerdings werden die Öffnungszeiten reduziert. Komplett aufgeben will das genossenschaftliche Bankhaus die Standorte Flegessen, Hachmühlen und Eimbeckhausen. Im Zuge der Maßnahme soll es drei Kündigungen geben.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es im Vorstand. „Das veränderte Kundenverhalten, die zunehmende Digitalisierung und insbesondere das anhaltende Niedrigzinsumfeld“ habe jedoch keine andere Wahl gelassen. Für Banken sei das Umfeld in den vergangenen Jahren deutlich problematischer geworden. Das gilt insbesondere für kleine Geldinstitute wie die Volksbank Bad Münder, die oftmals kaum mehr in der Lage sind, die gestiegenen Bürokratie-Auflagen zu erfüllen.

„Ausschlaggebend war neben dem starken Rückgang der spontanen Filialbesuche der Umstand, dass schon heute die überwiegende Anzahl unserer Kunden den Service und die Beratungsleistung in der Hauptstelle in Bad Münder in Anspruch nimmt“, macht Markwirth deutlich. Dort würden bereits rund 90 Prozent des Kundengeschäfts abgewickelt. In den Filialen gebe es dagegen oft nur noch eine Hand voll Kunden täglich – zu wenig, um den personal- und kostenintensiven Betrieb aufrecht zu erhalten. Immer mehr Kunden erledigten ihre Bankgeschäfte zudem online. Die klassischen Besuche am Schalter seien in den vergangenen Jahren stark zurück gegangen.

Drei Mitarbeiter aus dem Service werden laut Markwirth ihren Job verlieren. Schon im vergangenen Jahr waren drei Stellen abgebaut worden, eine davon durch Nichtwiederbesetzung, die beiden anderen ebenfalls durch Entlassungen.

Markwirth räumt ein, dass das Unternehmen bisher sehr personalintensiv aufgestellt gewesen sei, „gemessen am Kundenvolumen zu viele Mitarbeiter“, so der Vorstand. Auch nach der Reduzierung werde die Beschäftigungsquote mit über 70 Köpfen im Vergleich zu anderen Banken noch hoch sein.

Die übrigen Mitarbeiter aus der Beratung werden ab März in der Hauptstelle arbeiten und dort den Kunden aus Flegessen, Hachmühlen und Eimbeckhausen als Ansprechpartner erhalten bleiben. In Eimbeckhausen und Hachmühlen will die Volksbank weiterhin einen SB-Service mit rund um die Uhr betriebsbereiten Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern aufrechterhalten.

Die Filiale Bakede wird künftig nur noch am Montag und Donnerstag, jeweils vor- und nachmittags, geöffnet sein. Dienstags, mittwochs und freitags bleiben die Türen geschlossen. Kunden könnten auch eine Beratung bei sich daheim in Anspruch nehmen, versichert Markwirth. Auf Wunsch werde sogar Bargeld nach Hause gebracht.

Mit der Schließung der drei Standorte will sich die Bank auch von den – teilweise in den vergangenen Jahren erst sanierten – Immobilien trennen. Die bankeigenen Gebäude in Eimbeckhausen, Flegessen und Hachmühlen sollen dann im kommenden Jahr verkauft werden.

Fusionsgespräche will der Vorstand trotz der zunehmend angespannten Lage nicht führen. Man setze weiter auf Selbstständigkeit, erklärt Markwirth. „Sonst hätten wir diese Maßnahmen jetzt gar nicht vornehmen müssen, sondern bis nach einer Verschmelzung gewartet“, fügt der Vorstandschef hinzu.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare