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Volks- und Schützenfest: Bedrohliche Kombination

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Nüchtern betrachtet steht erst mal nur die Verschiebung der Veranstaltung vom Juni auf den September an, weil sich Ausrichter und Festwirt nicht einig geworden sind. Doch wer das Problem zu einer reinen Geld- und Termindebatte erklärt, der verkennt die Wirklichkeit.

Eine Wirklichkeit, in der die aktuelle Situation viele Ursachen hat. Für den Festwirt mögen sich die Konditionen nicht mehr lohnen, weil immer weniger Besucher kommen. Aber woran liegt das? Da ist der gesellschaftliche Wandel: veränderte Interessen, mehr Mobilität, mehr Freizeitangebote, mehr Anonymität und weniger Engagement – auch in Orten von der Größe Springes. Dazu kommt die schwierige Lage des Platzes: Jeglichen Stadtfest-Charakter hat die Veranstaltung durch den Umzug an den Ortsrand in den vergangenen Jahren eingebüßt.

Zuletzt wurde aber auch immer wieder deutlich, wie schwierig es ist, alle fünf teils grundverschiedene Ausrichter auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es fehlen große Reformideen, um das selbsterklärte Ziel, ein Fest für möglichst viele Springer zu bieten, auch mit Leben zu füllen. Erst 2017 waren zarte Anfänge einer Kooperation zu erkennen – die aber allein durch den für dieses Jahr erzwungenen Ausrichterwechsel wieder geschmälert wurden.

All diese Probleme für sich machen ein Fest noch lange nicht zum Misserfolg. Aber in der Kombination drohen sie hier langfristig existenzbedrohend zu werden.

Ich würde mich freuen, wenn es im September doch noch klappt mit dem Volks- und Schützenfest. Genauso würde ich mich aber freuen, wenn diese Großveranstaltung auch langfristig eine Zukunft hat. Und zwar in Form eines Festes, das große Teile der Stadt gemeinsam feiern können. Und wollen.

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