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Vokal-Akrobaten und Blechbläser attackieren Zwerchfelle

Maybebop und Mnozil Brass begeistern im ausverkauften Aegi

Es war ein Doppelkonzert der Extraklasse – Deutschlands zurzeit angesagteste A-capella-Formation Maybebop und das österreichische Blechbläserensemble Mnozil Brass sorgten am Sonntag mit ihren ausgefeilten Programmen für Lachsalven unter den 1100 Fans.

Den Anfang macht das Gute-Laune-Paket Maybebop, das mit grandioser Gesangstechnik und einer überzeugenden Choreografie das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hinreißt. Ihr Bühnenprogramm besteht fast ausschließlich aus eigenen deutschen Songs, in denen sie Skurrilitäten des Alltags erbarmungslos offenlegen. „Weniger sind mehr“ heißt ihr aktuelles Album, aus dem das bunt gekleidete Quartett sitzend auch den Song „Kleiner, grauer Falter“ performt. Den letzten Ton hat dabei eine Fliegenklatsche, die dem Lied nach eigener Aussage „mehr Tiefe, nein, mehr Breite“ verleiht.

Immer wieder suchen Jan Bürger (Countertenor), Lukas Teske (Tenor), Sebastian Schröder (Bass) und Oliver Gies (Bariton) das Gespräch mit dem Publikum – wollen mit ihm auch einen Song gemeinsam singen. Der neunjährige Robin nimmt allen Mut zusammen und stürmt im Laufschritt auf die Bühne. „Na, was wollen wir denn nun zusammen singen?, fragt Lukas Teske, der ihm zunächst einen HipHop-Song anbietet. Letztendlich einigt man sich jedoch auf „Alle meine Entchen“.

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Ein übereifriges Mnozil Brass- Bandmitglied wird von seinen Mitstreitern von der Bühne getragen.

Die stilistische Vielfalt der vier Stimmen-Jongleure ist verblüffend – so trifft Besinnliches auf Irrwitziges, Pop zeigt ganz neue Facetten, Jazz hat plötzlich seine eigene Qualität. Mit Cover-Versionen hält sich die Formation an diesem Abend etwas zurück – als jedoch Songfetzen von Pharrell Williams‘ „Happy“ und „Music“ von John Miles erklingen, tobt das Aegi – „A-capella was my first love“ – wie wahr.

„Die Stimme ist das Schönste aller Instrumente. Dieses Instrument nutzen wir mit all ihren uns bietenden Möglichkeiten“, erklärte das Quartett, das ihren Stil im Wesentlichen als „witzigen, hintergründigen Deutsch-Pop ohne Instrumente“ bezeichnet.

Als Gäste haben sich Maybebop diesmal das hoch dekorierte österreichische Blechbläserensemble Mnozil Brass eingeladen. Ehre, wem Ehre gebührt – im letzten Jahr wurde das Septett musikalisch geadelt, als es das Richard-Wagner-Jubiläumsjahr mit einem Auftragswerk der Stadt Bayreuth namens „Hojotoho“ eröffnete.

Mit typischer Blasmusik, Schlager, Jazz und Popmusik – verfeinert durch komödiantische Einlagen, holt das „festlich gekleidete“ Ensemble das Publikum im Aegi von ihren Sitzen. Bei diesen Herren geschieht fast alles im Zeitlupentempo – selbst dann, wenn man ein Bandmitglied wegen übertriebener Selbstdarstellung von der Bühne tragen muss. Musik-Kabarett vom Feinsten – dargeboten von einer Gruppe, die gleichermaßen durch ihre musikalische Genialität und ihre komödiantischen Darbietungen besticht. Tolle Show, grandiose Akteure – schöner hätte ein Konzertabend nicht enden können.




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