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Vodafone-Mitarbeiter setzt Familie unter Druck

BAD MÜNDER. Unter Druck gesetzt gefühlt hat sich Michael Exner von einem Mitarbeiter von Vodafone Kabel Deutschland. Der Handelsvertreter soll der Familie damit gedroht haben, ihren Anschluss abzuklemmen, sollten sie nicht einen neuen Vertrag unterschreiben.

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Autor:

Mira Colic

18,99 Euro im Monat und eine Anschlussgebühr von 50 Euro wären dabei fällig geworden. Für Exner völlig unverständlich, „weil wir doch zwei laufende Verträge haben“. Doch für den Mitarbeiter offenbar kein Argument, locker zu lassen. Er werde in einer Stunde wiederkommen, sollte der Vertrag bis dahin nicht unterschrieben sein, drohe die Abklemmung. Der Münderaner ließ sich jedoch nicht einschüchtern. „Ich habe ihm gesagt, dass ich die Polizei und die Presse anrufen werde, weil sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Da ist er ganz schnell rückwärts aus der Tür.“ Der Kabelnetzbetreiber hat sich bei der Familie für das Verhalten des Mitarbeiters entschuldigt. Eine Sprecherin von Vodafone sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es sich um einen „unerfahrenen Vertriebspartner“ gehandelt habe und sein Benehmen „nicht im Sinne Vodafones“ gewesen sei. „Die Familie hat zwei Anschlüsse, diese sind ganz normal angemeldet und auch bezahlt.“ Der Berater sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es in dem Haushalt keine Verträge für das Kabelnetz gebe – die Familie also illegal Kabelfernsehen beziehe. Woher dieser Irrtum rührt, bleibt offen. Dies entschuldige dennoch nicht sein offensives Vorgehen. „Es gebe feste Richtlinien für die Kundenansprache“, sagt die Pressesprecherin. Der Mitarbeiter werde nachgeschult und die Familie erhalte ein Monatsentgelt erstattet.

Eine Nachschulung hält Michael Exner bei so viel „krimineller Energie“ für vergeudete Zeit: „So einen Job darf der gar nicht machen, da wird mir übel.“ Er befürchtet, dass es viele Münderaner gegeben hat, die sich nicht haben wehren können, und deswegen sicherlich einen neuen kostspieligen Vertrag unterschrieben haben. „Und bei meiner Schwiegermutter wird es sicherlich jetzt Wochen dauern, bis sie das überwunden hat und sich wieder traut, an die Tür zu gehen.“



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