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EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering bei bioclimatic: "Viroxx" soll Gastronomen helfen

Virenkiller: Frische Luft in Raucherzimmern

Bad Nenndorf (rwe). Der Nichtraucherschutz könnte der Firma bioclimatic bald volle Auftragsbücher bescheren. Das Unternehmen will den Luftentkeimer "Viroxx" verstärkt in der Gastronomie anbieten, die damit schnell für frische Luft in den Raucherzimmern sorgen könnten. Aber auch international hofft der Mittelständler auf den Durchbruch,wie Inhaber Werner Schröder bei einem Besuch des Präsidenten des EU-Parlamentes, Professor Hans-Gert Pöttering (CDU), bekannt gab. Indien und Indonesien wollen Geräte im Wert von 30 Millionen Euro ordern. Es fehlt in beiden Fällen noch die Freigabe der Mittel durch den Staat.

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Das hören die EU-Parlamentarier auch nicht allzu oft. Mit einem ganz dicken Lob bedankte sich bioclimatic-Gründer Werner Schröder bei Hans-Gert Pöttering für die Verordnung EN 13779. Denn die hat dem Bad Nenndorfer Unternehmen, dessen Geräte auf natürliche Weise die Luft entkeimen und reinigen, einen Auftrag ermöglicht und zugleich ein neues Feld eröffnet. Im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin, dem Sitz der Industrie- und Handelskammer, soll künftig eine Anlage aus der Kurstadt gut 40 Prozent der Energie sparen. Denn dank der neuen EU-Vorschrift, die die alte DIN 1848 ablöste, dürfen die Räume über ein sensorengesteuertes Umluft-System versorgt werden - die bereits geheizte Luft wird im Kreislauf gereinigt und wieder genutzt. Die Berliner IHK-Zentrale war nicht die einzige Vorzeige-Adresse, die Schröder dem Gast aus Brüssel präsentieren konnte. Auf Kreuzfahrtschiffen, bei der Müllverbrennung, im Kühlraum für Käse oder Europas größtem Schnittblumenlager verhindert die Ionisationstechnik, dass Schimmel entsteht, dass sich Keime, Bakterien oder üble Gerüche verbreiten. "Wir können das Ozon beherrschen", warb Vertriebsleiter für die umweltfreundliche Technik, für die sich ein weiterer Markt auftun könnte. In den Raucherzimmern der Kneipen soll der "Viroxx 150" künftig für frische Luft sorgen. Entwickelt wurde das Gerät eigentlich für den Kampf gegen die Vogelgrippe, da es sämtliche Erreger deaktiviert. "Leider hat sich der geschäftliche Erfolg noch nicht so eingestellt, wie wir erhofft hatten", sagt Schröder. Doch das 1700 Euro teure Gerät säubert die Luft auch von jeglichen Partikeln und befreit sie von dem Feinstaub. Damit müsse in den Kneipen der Raucherbreich keine Abstellkammer bleiben. Auch Nichtraucher könnten sich dort wohlfühlen, meint Schröder. Er hat das Gerät im Konferenzzimmer stehen, das nun als Raucherraum fungiert. 150 Kubikmeter Luft pro Stunde wälzt der "Viroxx" um. Auch der Ärger über den kalten Rauch löse sich damit in Luft auf. Pöttering freute sich nicht über die Innovationskraft des Unternehmens und das Lob. Das zeige, dass die EU grundsätzlich gute Arbeit macht für die Menschen und die Wirtschaft. Seinen Besuch bestätige ihn darin, dass die Gemeinschaft auf dem richtigen Weg sei, wenn sie auf Klimaschutz und Umwelttechnologien setze. Ein Kompliment gab es auch vom Schaumburger CDU-Landtagsabgeordneten Joachim Runkel. Er hatte Pöttering auf seiner Wahlkampftour extra bioclimatic zeigen wollen. "Ich führe das Unternehmen gerne vor. Hier steckt viel Potenzial drin." Ihm gehe es darum, den Betrieb bekannter zu machen und so die Chance zu haben auf neue Arbeitsplätze in Bad Nenndorf. Durch den Besuch könnten weitergehendeKontakte entstehen. Runkel: "Die verschiedenen Geräte sind vielfältig anwendbar, der Markt dafür ist da." Das sieht auch Schröder so. Er gibt aber zu, dass sein 20 Mitarbeiter starkes Unternehmen vor allem entwickle und sich gemessen daran zu wenig um den Vertrieb kümmere. "Wir sind alles Techniker." Zu den knapp 3,5 Millionen Euro Jahresumsatz "könnten wir noch einiges vertragen", meinte Schröder. Bisher kämen die Kunden meist von selber auf die Firma zu. Selbst ohne große Kampagne gibt es vielversprechende Anfragen. So will Indonesien laut Schröder in den nächsten Jahren Geräte für 20 Millionen Euro einkaufen. Indien plane, viele Krankenhäuser für zehn Millionen Euro mit bioclimatic-Technik auszustatten. Aufträge dazu gebe es bereits, so Schröder, aber "das Geld ist aber noch nicht akkreditiert".

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