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Neuer Stützpunkt in Thüste: Anfängliche Skepsis weicht guter Zusammenarbeit / Anbau bald fertig

Vier Wehren wagen neue Wege – mit Erfolg

Wallensen/Thüste (gök). Die Skepsis am Anfang war groß. „Geben wir so nicht schnell unsere Eigenständigkeit ab?“, war die Befürchtung unter den Feuerwehrmitgliedern in Wallensen, Thüste, Ockensen und Levedagsen. 600 000 Euro kostet der Neubau des Feuerwehrstützpunktes in Thüste, wo jetzt die vier Feuerwehren ihren Dienst verrichten. Dieses einmalige Projekt – vier Wehren unter einem Dach – zog landesweit das Interesse auf sich. Nahezu 100 aktive Kameraden und über 20 Jugendliche üben im neuen Stützpunkt ihren Dienst aus.

Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Gedanken zu einer Zusammenführung der vier Wehren an einem Ort. Schnell wurde damals das Thema verworfen, da sich die Wehren nicht einig waren. Durch die demografische Entwicklung kam das Thema aber wieder auf, und 2004 erfolgte der Ratsbeschluss.

Nach fünf Jahren Planung und Bau steht nun auch der Anbau kurz vor der Fertigstellung. Der Stützpunkt selbst wurde bereits eingeweiht. Doch da jede Wehr ihren eigenen Hausstand unterbringen muss, ist der Platz noch knapp und die vier Wehren bauen in Eigenleistung einen Aufbewahrungsraum an das Gebäude. Die Dewezet sprach mit den vier Ortsbrandmeistern über das Haus, die Stimmung in ihren Wehren und die Zukunft. Ortsbrandmeister Harald Bock, Thüste: „Mit der Planung und dem Bau des Hauses sind wir im Grunde zufrieden. Was uns ärgert, ist das Desinteresse an der Ortswehr. So nehmen kaum noch Bürger an den Aktivitäten und Festen der Wehr teil. Die einzelnen Schwierigkeiten, die sich bei der Planung und beim Bau ergaben, konnten innerhalb der vier Wehren schnell überwunden werden. Die Verwaltung war natürlich darauf aus, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Dies ging einige Male auf Kosten der Qualität. Beispielsweise sind die Fliesen in der Halle stumpf, sodass manche Flecken von den Fahrzeugen jetzt schon nicht mehr weggehen. Auch ist die Auslegeware teilweise nicht die Beste. Allerdings hat die Verwaltung auch einige Dinge schon eingesehen und entsprechend nachgerüstet. So wurde nachträglich eine Stiefelwaschanlage installiert. Probleme haben wir von der Wehr in Thüste nur mit dem Nachwuchs. Von der einst großen Jugendgruppe sind relativ viele abgesprungen.“

Armin Lehnhoff, stv. Ortsbrandmeister Ockense:

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Ortsbrandmeister Harald Bock, Thüste

„Bei uns war eigentlich gar kein Wunsch nach einem neuen Feuerwehrhaus da. Denn unser Haus war zusammen mit dem Dorfgemeinschaftshaus noch nicht sanierungsbedürftig. Bedenken gab es anfangs schon wegen dem Zusammenleben in dem neuen Haus. Die Skepsis wich aber schnell. Schnell zeigte sich, dass alle Ockensener Aktiven weiter zur Stange halten. Die Vorteile an dem Haus überwiegen doch. So ist durch die Vielzahl an Aktiven eine schnelle Einsatzbereitschaft gewährleistet. Bei den Nachteilen ist höchstens die Entfernung des Hauses nach Ockensen zu nennen. Probleme gab es bei der Planung innerhalb der Wehren eigentlich nicht. Probleme gab es nur in der Ausführung des Baus, da einige Dinge den Qualitätsansprüchen der vier Wehren nicht genügten. In Teilen wurde bereits nachgebessert, und bei anderen Sachen haben wir Abstriche gemacht. Für die Zukunft wünschen wir uns nur wenig Brände und sonstige Einsätze.“

Frank Heuer, Ortsbrandmeister Levedagsen:

„Im Hinblick auf die Einwohnerzahl von Levedagsen war es schon vernünftig, ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus zu bauen. So musste auch keine Überzeugungsarbeit bei den Aktiven für einen Umzug geleistet werden. Im Hinblick auf den Zustand des alten Feuerwehrgerätehauses war auch Handlungsbedarf im Ort und die Kameraden sind froh, jetzt Dienst in einem neuen Haus abhalten zu dürfen. Früher oder später hätte eine Sanierung des Hauses in Levedagsen auch nochmal einiges an Geld verschlungen. Die Vorteile des neuen Hauses überwiegen doch. So sind jetzt zum Beispiel mehr Fahrzeuge und Geräte vorhanden, sodass der Dienst an der Technik noch interessanter wird. Für die Jugend erwarte ich auch einen Schub, da in drei oder vier Jahren wieder Jugendliche aus Levedagsen für die Feuerwehr heranwachsen und wir ihnen dann etwas bieten können. Die Zusammenarbeit mit den anderen Jugendwehren wird gut für die Entwicklung der vier Wehren sein. “

Jens Roloff, Ortsbrandmeister Wallensen:

„Die Vorarbeit in der Planung des neuen Hauses aus Wallenser Sicht wurde noch von meinem Vorgänger Walter Wiegmann geleistet. Ich bin ja erst vor zwei Jahren in das Amt gewählt worden. Erfreulich ist, dass wir jetzt eine noch größere und somit schlagkräftigere Truppe sind. Am Anfang herrschte noch sehr viel Skepsis im Hinblick auf das Zusammenleben mit den anderen Wehren. Aber jetzt steht fest, dass wir keine bessere Entscheidung treffen konnten. Erfreulich ist jetzt schon die Zusammenarbeit der verschiedenen Jugendwehren. Durch die Kooperation der Wehren kann man den Kindern viel mehr bieten als früher. Wir planen auch eine Kinderfeuerwehr. Die Vorteile des neuen Hauses liegen sicher in der schnelleren Einsatzbereitschaft. Bei den Nachteilen ist höchstens die gegenseitige Rücksichtnahme zu nennen. Für die Zukunft wünschen wir uns einen schnellen Dachausbau, weiter viele aktive Mitglieder und irgendwann neue Fahrzeuge.“




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