×
Kings Of Leon begeistern 13 000 Fans auf der Expo Plaza

Vier Followills zelebrieren unauffällig den Rock

Wäre „Daddy“ Leon, seines Zeichens Wanderprediger, nicht gewesen, gäbe es sicher auch die Kings Of Leon nicht. Während das Familienoberhaupt aus der Bibel las, zogen sich Caleb, Jared und Nathan, später vervollständigte noch Cousin Matthew das Quartett, Led Zeppelin und die Stones rein. Inzwischen sind sie in Sachen Alternative Rock/Southern Rock selbst zu Wanderpredigern geworden – und ihre Fangemeinde wächst stetig.

Das Warm Up vom Feinsten – für das Berliner Folk-Trio „Mighty Oaks“ war es sicher ein musikalischer Ritterschlag, als Support bei einer der zurzeit angesagtesten Bands aufzutreten. Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders kamen nicht nur gut auf der Bühne an, sondern auch nach ihrem bejubelten Gig beim Publikum. Insbesondere Sänger und Songwriter Ian Hooper ließ sich bereitwillig mit vielen Konzertbesuchern ablichten. Die Jungs von „Biffy Clyro“ lieferten ebenso eine erstklassige Show ab. Die drei wilden Herren aus Schottland zogen zudem blank und spielten ihr 40-minütiges Set mit freiem Oberkörper.

Ob Pearl Jam, U2 oder Bob Dylan – sie alle lobten Kings Of Leon in den höchsten Tönen, sahen sie als musikalische Bereicherung, als sie damals noch als Support bei ihren Tourneen auftraten. Heute tourt das Familienunternehmen Followill als Headliner durch die größten Hallen der Welt und füllt selbst Stadien. Viel Vorschusslorbeeren, für eine Band, die man zu den intensivsten und innovativsten Bands ihres Genres zählt.

Wer jedoch eine spektakuläre Performance mit einer fetten Lightshow erwartet hatte, wurde letztendlich enttäuscht. Die „Königlichen“ überzeugten an diesem Abend überwiegend mit ihren Songs – und die sind immer noch gut und waren auch insbesondere im hinteren Drittel des Zuschauerbereichs glasklar zu hören.

Obwohl die Alkoholkrankheit von Caleb Followill die Band zu einem Jahr Pause zwang, schien es der Gruppe nicht sonderlich geschadet zu haben. Der Frontmann gab in vielen Interviews zu, dass insbesondere er diese Pause 2012 bitternötig hatte. Er war durch den Wind, der Körper machte einfach nicht mehr mit – dazu der ewige Tourstress und jede Menge Alkohol.

Doch der sonst eher zurückhaltend wirkende Sänger war in Hannover bestens aufgelegt, scherzte auf der Bühne mit seinen Brüdern – ab und an huschte ihm sogar ein Lächeln über das Gesicht. Mit dem Opener „Supersoaker“ ging’s los, danach ein wohldosierter Mix aus Alternative & Southern-Rock, der zum Wippen, Kuscheln und leichtem Hüftschwung einlud – nicht mehr, und nicht weniger.

Das große Smartphone-Gewitter zu Beginn der Show blieb diesmal aus – immer wieder wurden fotografierende oder filmende Fans von der Security darauf hingewiesen, ihre Lieblingsspielzeuge in der Tasche zu lassen. Selbstgebastelte Transparente mit Liebesbeweisen wie „King Jared“ oder „I Love The Kings“ wurden dagegen von der US-Sicherheits-Crew gern gesehen.

Die Überhits zum Schluss – unter anderem der mehrfach Grammy-prämierte Hit „Use Somebody“ und „Sex On Fire“, den die Band eigentlich gerne von ihrer Setlist verbannen möchte. „Aber dieser Song ist doch einer ihrer musikalischen Aushängeschilder“, hörten wir später am Biertresen einen weiblichen Fan sagen.

Nach dem zweitägigen Plaza-Festival und dem Kings-Konzert, wird am Pfingstsonntag Xavier Naidoo noch einmal auf der Plaza performen. Karten gibt es noch bei der NDZ in Springe unter 05041/78910.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt