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Elisabeth-Selbert-Schüleraustausch: Berufsfachschule Ergotherapie und Gymnasialzweig unterwegs

Viele Eindrücke gewonnen

HAMELN. Vor den Herbstferien machten sich Schülerinnen und Schüler aus der Berufsfachschule Ergotherapie und des Beruflichen Gymnasiums auf den Weg, um ihre Freunde in Nowy Sacz in Polen zu besuchen.

Freundschaften bildeten sich bereits im Juni in Hameln, als sich die polnische Austauschgruppe zu Besuch in Deutschland aufhielt. Nun waren alle gespannt auf den Gegenbesuch.

„Am ersten Tag konnte so manch einer von uns bereits am frühen Morgen die unbeschreibliche Gastfreundschaft der polnischen Familien erleben: Ein reichlich gedeckter Tisch zeugte davon, dass wir herzlich willkommen waren, und beim Verlassen des Hauses waren die Taschen mit riesigen Lunchpaketen gefüllt“, berichtet eine Schülerin.

Nowy Sacz, auf Deutsch Neusandez, ist eine Stadt in Kleinpolen, ca. 100 km von Krakau entfernt, und hat etwa 84 000 Einwohner. Diese Stadt erkundete die Gruppe mit den polnischen Austauschschülern, die eine Stadtführung auf Deutsch vorbereitet hatten. Schnell lernten auch die deutschen Schüler die ersten polnischen Worte und wenn nichts mehr ging, dann lief die Verständigung auf Englisch weiter. Im Lyzeum Nr. 1 Jan Długosz begrüßte die Schulleitung die Hamelner Austauschgruppe. Der Schulleiter bat die Gewinner des Deutschen Schulpreises 2017, sich im Gästebuch der Schule einzutragen, das die Schule zum 200. Geburtstag anlegte.

Das Wochenende verbrachten die Hamelner Schüler in den Gastfamilien. Den deutschen Schülern wurde schnell deutlich, dass ganz viele Polen katholisch sind und jeden Sonntag in die Kirche gehen. Erstaunt waren die deutschen Gäste, dass die Kirchen bis auf den letzten Platz besetzt waren. Auch Unterschiede beim Abendmahl gerieten in den Blick.

Beim gemeinsamen Mittagessen mit den Familien kam es zu wertvollen Gesprächen über die Lebensverhältnisse beider Länder. Eine Schülerin berichtete, dass sie zum Atlas greifen musste, um der gastgebenden Familie und deren Großeltern zu erläutern, wo Hameln liegt. Die polnischen Austauschfamilien unternahmen Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, z.B. nach Krynica, einem Kurort, oder nach Zakopane ins Hochgebirge. Durch eine gemeinsame Floßfahrt auf dem Dunajec an der polnisch-slowakischen Grenze erlebte die polnische und deutsche Gruppe gemeinsam die wunderschöne Natur des Pieniny-Nationalparks.

Neben deutsch-polnischer Geschichte war ein weiterer Schwerpunkt der Besuch einer polnischen Förderschule und ihrer Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, die mit viel Freude nach ihren eigenen Möglichkeiten Kompetenzen für den Alltag erwerben.

In Auschwitz besuchten die Austauschgruppen gemeinsam das Museum des ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers. Hier konnte ein Stück Geschichte sehr nah erlebt werden – einige Schüler meinten, dass ihnen durch den Besuch dieses Ortes die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus viel vorstellbarer geworden ist, als nur durch den Geschichtsunterricht in der Schule. Die Ruinen der Gaskammern und Baracken, die Todeswand, die engen Stehzellen in den Kellern – vielen stockte der Atem. Die Schüler berichten, dass die Betrachtung von echten Haaren und Prothesen der Opfer sie besonders schockierte. Am Mahnmal in Birkenau legte die deutsche Gruppe an der deutschsprachigen Gedenktafel Blumen nieder, die polnische Gruppe entzündete eine Kerze bei den mahnenden Worten in polnischer Sprache. Es regnete heftig – irgendwie passend in dem Moment.

Die Austauschfahrt fand in Krakau ihren Abschluss mit einer gemeinsamen Stadtführung durch die wunderschöne Stadt und dem Museumsbesuch der früheren Emaille-Fabrik von Oskar Schindler, was die Zeit der deutschen Besatzung hautnah vor Augen führte. Die begleitenden Lehrkräfte Falko Kruse und Dietlind Quandt bedankten sich sehr herzlich bei den betreuenden polnischen Lehrkräften Ewa Wasowicz-Bodziony und Jadwiga Poreba, die durch ihr Engagement diesen Austausch zu einer besonderen Begegnung werden ließen. „Sehr hilfreich war aber auch die Förderung durch das deutsch-polnische Jugendwerk, ohne dessen Unterstützung ein Austausch nicht möglich wäre.“ So die beiden Betreuer der Elisabeth-Selbert-Schule.red




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