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Was für Münderaner zum Jahreswechsel gehört / Gebäck und Glücksschweine sind Dauerbrenner

Viel Glück, Buntes am Himmel und ein Krapfen

Bad Münder (lil). Silvester knallen nicht nur die Korken, es gibt auch zahlreiche Bräuche und Rituale, die sich um den letzten Tag des Jahres ranken. Von Schweinchen über Krapfen bis hin zum Feuerwerk – ohne diese Traditionen, die je nach Region variieren, wäre der 31. Dezember ein Tag wie jeder andere.

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An Silvester liegt es vielen Münderanern am Herzen, ihren Mitmenschen für das neue Jahr viel Glück zu wünschen. Das hat sich auch gestern am Stand vor der NDZ-Redaktion gezeigt: Mehr als 900 Schweinchen wechselten den Besitzer. Eine Leserin kaufte sogar gleich 20 Exemplare. Das Schwein steht für Wohlstand, da es als Symbol der Fruchtbarkeit und Stärke gilt. Die kleinen Holzfiguren tragen zudem ein glänzendes Centstück auf dem Rücken. Dieses soll Reichtum bescheren.

Ein anderer Glücksbringer ist das vierblättrige Kleeblatt. Wer danach auf einer Wiese sucht, braucht meist etwas länger – vierblättrige Kleeblätter sind nämlich nichts anderes als Mutationen. In Gärtnereien hingegen gibt es Klee mit ausschließlich vierblättrigen Blättern. „Der Verkauf ist weniger geworden, weil die Leute den Klee heute auch im Supermarkt bekommen“, bedauert Lena Maage, Floristin in der Gärtnerei Ahlschwede-Roske. Manche Kunden kauften auch mit Glitzer besprühte Bubiköpfe, so Maage. Um sicherzugehen, dass das grüne Kraut wirklich Glück bringt, haben die Floristin und ihre Kollegin Birgit Voigt die Töpfe mit Schornsteinfeger- und Fliegenpilzfiguren versehen.

Die einen nennen ihn Berliner, die anderen Krapfen. Pfannkuchen heißen sie in Berlin. Fakt ist: An Silvester gehört das Gebäck bei vielen Münderanern auf den Tisch. „Erfahrungsgemäß backen wir um die 500 Stück“, erzählt Bäckersfrau Sigrid Licht. „Je nach Bestellung mit Guss, als Apfelkrapfen, mit Eierlikör oder Pflaumenmus gefüllt.“ Die beliebteste Variante sei der mit Zucker bestreute Krapfen mit Marmeladenfüllung, so Licht. „Wenige bestellen welche mit Senf, um jemandem eins auszuwischen“, sagt sie. „Früher haben wir sogar mal Krapfen mit Sambal Oelek gemacht“, erinnert sich die Fachfrau mit einem Schmunzeln.

Auch wenn es laut Sprengstoffgesetz verboten ist, in der Nähe von Fachwerkgebäuden – dazu zählen weite Teile der Kurstadt – Feuerwerkskörper zu zünden, gehören für viele Münderaner Raketen und Böller zum Jahreswechsel dazu. Seit gestern läuft der Feuerwerksverkauf. „Es ist ein bisschen schleppend angelaufen“, bilanziert Maik Fülling, Einzelhandelskaufmann im Baufuchs, am frühen Abend. „Morgen und übermorgen sind unsere Hauptgeschäftstage.“ Und wohin geht der Trend? „Ich gehe davon aus, dass die Kunden wieder Raketen und Batterien nachfragen. Bunt ist angesagter als laut.“ Während die Kunden das ganze Jahr über auf ihr Geld achteten, seien sie beim Kauf von Feuerwerk bereit, mehr auszugeben, hat Fülling festgestellt. Auch wenn die Münderaner auf Glückssymbole setzen, ist das Bleigießen nicht mehr so beliebt wie noch vor ein paar Jahren, weiß der Verkäufer. „Dass die Leute nach den Sets fragen, kommt seltener vor“, sagt Fülling. „Die Tendenz nimmt ab, ist aber noch da.“



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