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Spannungsreiche Eskapaden in der Stadtkirche

Viel Gespür für virtuose Bläsersätze

Bückeburg . Eine Menge Gespür für nuancenreiche Vorträge gehört zum Charakterbild des "Hannover Trombone Ensembles" von der Musikhochschule. Die acht Studenten nebst Kommilitonin aus der Posaunenklasse von Jonas Bylund haben sich rasch in die vorderste Reihe gespielt und jetzt beim Debüt in der Stadtkirche ebenfalls für Aufsehen gesorgt.

Autor:

Dietlind Beinßen

Musiziert wurde auf hohem Niveau. Brillante Technik mischte sich dabei mit empfindsamen Gespür für alle Ausdrucksnuancen. Zudem lag die Programmfolge jenseites der Routine. Es war mit diesen Instrumentalisten genauso ein Vergnügen, den melodischen Klangkombinationen der zweichörigen "Sonata pian e forte" von Giovanni Gabrieli zu folgen, wie dem sanglichen "Laudate Dominum" vom Gabrieli-Schüler Hans Leo Hassler zu lauschen, zumal Dirigent Jonas Bylund auf geschmeidige Linienführung achtete. Gern tauchten die Anwesenden dann in die Sphären der mit Drive daherkommenden "Fantasy and Double-Fugue" des Amerikaners Eric Ewazen ein, um sich anschließend von den mit vielerlei Farbtupfern durchwebten Stimmungsbildern des dreisätzigen "Trombone Octetts" gefangen nehmen zu lassen, das von Gordon Jacob stammte. Mit diesem Pflichtstück und entsprechender "Kür" bei einer internationalen Meisterschaft ging die Crew übrigens vor zwei Jahren unter zwölf Gruppen als Siegerin hervor. Die gute Akustik des Gotteshauses sowie die Sorgfalt der alternierend auftretenden neunköpfigen Formation kamen nach der Pause noch Girolamo Frescobaldis virtuoser "Cancon Nr. 29" entgegen. Auch der rhythmische "The Earl of Oxfords Marsch" vom Engländer William Byrd zehrte wie alle Wiedergaben von diesen Tugenden. Später hatten die Zuhörer ganz und gar keine Skrupel, mit dem eher "abgefahrenen", aus mannigfachen Tonfetzen und lebhaften "Zwiegesprächen" bestehenden "Bolos" von 1961 konfrontiert zu werden. Die reichlich schräge Partitur schuf 1961 der schwedische Posaunist Folke Rabe. Der Streifzug endete mit einem Extrabeitrag und einem Aha-Erlebnis: Im international besetzten Team befand sich nämlich der Stadthäger Hannes Dietrich, bald Mitglied des Niedersächsischen Staatsorchesters.



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