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Verbindungsbau am Haus Kassel: Zusätzliche Brandschutzauflagen machen Projekt teurer

Verzug: Bodenstruktur bremst Baufortschritt

Bad Nenndorf (fox). Wände sind eingerissen, Stahlträger stabilisieren Decken und Böden. Die Arbeiten am Verbindungsbau von der Wandelhalle zum Tagungszentrum Haus Kassel schreiten unübersehbar voran. Jedoch nicht in dem Maße, wie es Planer und Stadt gerne hätten. Zudem wird der Bau durch zusätzliche Brandschutzmaßnahmen teuer, als erwartet. Wie der zuständige Projektleiter Björn von Boetticher erklärte, seien die Arbeiten drei Wochen im Verzug.

Bau-Beschau: Architekt Björn von Boetticher vor aufgerissenen Wä

Seit dem 4. Juni sind Bauarbeiter damit beschäftigt, den Verbindungsbau zwischen dem Bistro der Wandelhalle und dem Tagungszentrum vom Haus Kassel voranzutreiben. Doch es gab unvorhersehbare Probleme, wie Björn von Boetticher, Projektleiter vom Architekturbüro Venneberg und Zech aus Hannover erklärte. Die Krux liege im Boden, sagte der Ingenieur. "Es hat zwar Bodenanalysen und Bohrungen gegeben, dennoch gibt es immer Unwägbarkeiten." Vermutlich hänge es mit der nahen Quelle zusammen, die den Untergrund an den betreffenden Stellen nicht im gewünschten Ausmaß tragen lässt. Das Bodengutachten sei "offensichtlich nicht ausreichend"gewesen. "Wir sind auf Nummer sicher gegangen und haben zwei Meter unter dem späteren Hauptportal ein so genanntes Punktfundament gesetzt", erklärte von Boetticher. Erschwerend hinzugekommen seien starke Regenfälle. "Hier stand einiges unter Wasser." Deshalb sei zusätzlich eine Schotterschicht eingebracht worden. "Wir bauen hier im Bestand", erklärte von Boetticher. Das bedeutet, dass ein Neubau an einen "bestehenden" Altbau angeschlossen wird. In diesem Fall ein Altbau unter Denkmalschutz. Es gebe hierbei immer wieder unbekannte Größen, auf die sich die Planer nicht von Vornherein einstellen können. Unterschiedliche Wanddicken beispielsweise, verborgene Leitungen und Decken, die in ihrer Beschaffenheit anders sind, als geplant." Unter anderem aus diesem Grund hat es den Branschutzbeauftragten des Landkreises Schaumburg, BerndKretschmer, auf den Plan gerufen. Wie Landkreis-Dezernentin Ursula Müller-Krahtz erläuterte, habe es am29. Juni ein Treffen des Brandschutzbeauftragten mit den Architekten gegeben. Das Ergebnis sei unter anderem eine Verschärfung der Bestimmungen gewesen. Von Boetticher hält die neuen Auflagen für berechtigt und ist erleichtert, dass diese nicht baulicher Natur sind. "Es handelt sich dabei um eine flächendeckende Ausstattung mit elektronischen Detektoren", berichtete der Ingenieur. Der "Nachschlag" des Brandschutzbeauftragten mache die Baumaßnahme zudem teurer. Dabei seien nicht nur die elektronischen Geräte und deren Aufschaltung nach Maßgabe des Landkreises ausschlaggebend. Auch neue Pläne, die hätten angefertigt werden müssen, treiben die Kosten in die Höhe. Alles in allem mehr als 10 000 Euro, so von Boetticher. Genaue Zahlen konnte er nicht nennen. Stadtdirektor Bernd Reese schwieg sich dazu weitesgehend aus. "Wir müssen die Auflagen erfüllen, das sind wir schon vom Wandelhallen-Umbau gewöhnt. Wir wollen dieses Tages- und Veranstaltungszentrum zeigen." Wie die neuen Auflagen kostenseitig zu Buche schlagen, will Reese erst im November mitteilen, "dann ziehen wir den Strich unter die Rechnung". "Wir wissen, dass die Bauphasen eng sind. Die Zielsetzung ist es, die Verzögerungen aufzuholen", verdeutlichte Reese. Ob dies klappt, ist ungewiss. Von Boetticher erklärte, dass das "Limit" erreicht ist. Wie üblich, sei in die Bauphasen ein "Zeitpuffer" eingebaut worden. Rund drei Wochen seien die Arbeiten in Verzug. Diese Zeit sei nicht komplett wieder aufzuholen, die Arbeiter versuchten jedoch ihr Bestes, sagte von Boetticher. Am 3. November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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