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Was Leser bewegt: Brunnen am Marktplatz nichtüberbauen / Warum reißt der städtische Bauhof das Spruchband für eine Hochzeit weg?

Verwirrter Senior in Unterhose - doch Pflegedienst hilft nicht

Rinteln (clb). Zur Hochzeit ihres Sohnes hatte Christa Hilker ein Spruchband auf der Büntebrücke aufgehängt - um dann am Morgen des großen Tages feststellen zu müssen, dass der Bauhof das Band angerissen hatte: Weil es nicht gestattet sei, wurde Frau Hilker daraufhin vom Ordnungsamt in einem klärenden Telefonat mitgeteilt. Und dasärgert die Rintelnerin, denn auf der Büntebrücke wird immer geworben - und die Bänder, die auf kommerzielle oder städtische Ereignisse hinweisen, die bleiben stets hängen: "Man sollte nicht mit zweierlei Maß messen", sagt sie. Und: "Zumindest für den Tag, auf den das Band hinweist, sollte der Bauhof es hängen lassen." Ein Bauhof übrigens, der erst vor wenigen Tagen über die Zeitung habe erklären lassen, dass er immer weniger Zeit für pflegerische Maßnahmen habe.

Eine Enttäuschung hatte Birgit Wardle aus Steinbergen am frühen Sonnabendmorgen erlebt, als sie ihre Tochter und ihre Freunde um 4.30 Uhr von der Diskothek "Happy Night" abgeholt hat. Als die Jugendlichen wie immer vor einem Pflegedienst in der Bahnhofsstraße gewartet hätten, habe ein älterer, vermutlich geistig verwirrter Herr - lediglich mit einer Windel bekleidet - vor der Tür des Pflegedienstes gestanden und darauf gewartet, dass man ihmöffne. Da niemand auf sein Klingeln reagiert habe, hätten die Jugendlichen bei dem Leiter des Pflegedienstes angerufen, der jedoch nur abgewunken hätte: "Den Mann kenne ich, der wohnt um die Ecke, der soll nach Hause gehen, in einer Stunde kommt sowieso jemand." Als die Jugendlichen ihn daraufhin nochmals kontaktiert hätten, sei der Pflegedienstleiter zwar gekommen, hätte jedoch sehr barsch reagiert. Was Birgit Wardle besonders ärgert: "Der hat sich nicht einmal bei den jungen Leuten bedankt - dabei hätten sie doch mal ein Lob verdient. Sie konnten den Mann doch dort nicht so stehen lassen." Über die rasante Geschwindigkeit einiger Fahrradfahrer in der Fußgängerzone ärgert sich Willi Brakemeier aus dem Extertal. Als er neulich mit seinem Enkel durch Rinteln geschlendert sei, habe man das Kind beinahe umgefahren, erinnert er sich. "Ich habe ja nichts gegen Radfahrer, aber die können doch in der Fußgängerzone wenigstens Schritttempo fahren oder schieben", findet Brakemeier. In den Nachbarstädten, zum Beispiel in Minden, Hameln oder Lemgo, funktioniere das doch auch. Dort habe er übrigens noch nie Fahrradfahrer durch den Fußgängerbereich fahren sehen. Als "nicht zumutbar" empfindet Friedrich-Wilhelm Rabe aus der Westcontrescarpe die vom Rat beschlossene Sparmaßnahme, die Straßenbeleuchtung südlich der Wälle ab Mitternacht abzustellen. Somit werde nicht nur das Einbruch-, sondern vor allem das Unfallrisiko durch die vielen, am Straßenrand parkenden Autos erhöht. "Bei uns in der Westcontrescarpe wohnen mindestens 30 Leute, die über 60 Jahre alt sind", hat Rabe nachgerechnet. Und gerade denen könne man eine stockdunkle Straße nicht zumuten. Sein Vorschlag: "Wenn die Stadt schon sparen will, können doch die Lichter im Parkhaus am Pferdemarkt oder an der Westumgehung abgeschaltet werden - da ist doch nachts niemand!" Durch die Schranke an der Dauestraße und jetzt noch durch die Dunkelheit habe er als Bewohner der Westcontrescarpe fast schon den Eindruck, in einer Art "Ghetto" zu leben. Von dem Vorschlag eines Rintelner Gastronomen, den Marktplatzbrunnen zum Altstadtfest mit einemÜberbau zu versehen, wo dann Außengastronomie angeboten werden könne, hält Käthe Krause überhaupt nichts: "Hoffentlich wird der Brunnen niemals überbaut! Er trägt zur Idylle der Stadt bei." Jedes Mal, wenn ihre Tochter zu Besuch nach Rinteln komme, würden sich die beiden auf dem Marktplatz treffen, das bunte Treiben verfolgen und beobachten, wie die Kinder im Brunnen planschen. "Man kann den Kindern doch nicht ihren Spaß verderben! Der Brunnen muss zugänglich bleiben und auch sprudeln!"




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