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Verwarngelder gegen uneinsichtige Eltern

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Autor:

Mira Colic

„Bei jedem zentralen Elternabend bitten wir darum, dass die Kinder auf dem Rohmelbad-Parkplatz abgesetzt und abgeholt werden“, erklärt Malihe Papastefanou. Kindern sei es wohl zuzumuten, dass sie selbst bei Regen zwei Minuten zu Fuß gehen, so die Direktorin der Kooperativen Gesamtschule, die mit zugeparkten Bushaltestellen und Feuerwehrzufahrten zu kämpfen hat. Natürlich seien bei 870 Schülern immer nur ein paar Eltern nicht einsichtig, aber das reiche, um gefährliche Situationen entstehen zu lassen. Und das täglich. Durch die zugeparkte Busschleife werde die Situation noch unübersichtlicher und gerade für Fünftklässler, die sich dort durchschlängelten, sei es durchaus gefährlich. „Außerdem ist es eine Zumutung für die Busfahrer, die jeden Tag behindert werden.“ Und im Zweifel würden eben auch die Rettungskräfte behindert, weil sie nicht durchkämen. „Wir sind da aber tatsächlich im Dauergespräch mit dem Schulelternrat und der Polizei. Aber wird können auch immer nur wieder an die Eltern appellieren.“

Auch an der Grundschule Eimbeckhausen gibt es laut Rektorin Diana Rosenthal immer mal wieder Probleme. Durch den benachbarten Kindergarten werde die Situation noch verschärft. Deswegen sei vor dem Parkplatz auch eine Schranke installiert worden, damit die Eltern nicht mehr auf den Hof fahren können, sondern dieser Eltern und Erziehern vorbehalten ist. Rosenthal zeigt auch Verständnis für die Eltern: „Bei vielen steckt Angst hinter dem Verhalten oder es sind einfach praktische Erwägungen, weil die Schule auf dem Weg zur Arbeit liegt.“ Dabei sei es für Kinder besser, den Schulweg mit Klassenkameraden zu bestreiten, als von den Eltern gebracht zu werden. In der Eingewöhnungszeit, den ersten sechs bis acht Wochen, sei dies gerechtfertigt, „aber dann sollten die Kinder morgens die Gelegenheit bekommen, ihre Gedanken zu sammeln und sich mit ihren Mitschülern auszutauschen.

In Bakede schließen sich viele Kinder zu Geh-Gemeinschaften, sogenannten Lokomotiven, zusammen, weiß Christel Gietmann, kommissarische Schulleiterin. Sie findet es durchaus sinnvoll, wenn Kinder so früh wie möglich, den Schulweg alleine bestreiten können. Dies sei auch im Sinne von „bewegte Schule“. Eltern, die ihre Kinder bringen und abholen, würden häufig halb oder ganz auf dem Bürgersteig stehen, „und dann kommen die Kinder dort nicht vorbei. Erstklässler kann eine solche Situation überfordern.“ Um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten, gebe es immer eine Busaufsicht.

Verwarngelder seien häufig die einzige Maßnahme, die zum Umdenken bei den Eltern führen, sagt Eckard Wiegand-Behmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei. Die extra vor dem Eingang der Grundschule Bad Münder eingeführte Halteverbotszone werde rigoros ignoriert. Deswegen führten seine Kollegen regelmäßig dort Kontrollen durch. Mit der Aktion „gelbe Füße“ sei die Polizei auch aktiv dabei, Kindern auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.



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