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Stadtsparkasse Hameln hat sich in 175 Jahren grundlegend gewandelt / Institut holt PUR nach Hameln

Vertrauen musste die Kämmerei garantieren

Hameln (CK). Senior Schläger war ein weitsichtiger Mann. Schon 1823 empfiehlt er, „dass arme Leute und andere, welche eine kleine Summe schnell unterzubringen wünschen, eine Gelegenheit erhalten, gegen Zinsen wöchentlich oder monatlich ihr übergespartes Geld zu verleihen und dadurch für die Zeit der Not und zu andern Zwecken sich eine Summe zusammenzutragen“. Es ist der Anstoß zur Gründung der Stadtsparkasse Hameln, die in diesem Jahr ihr 175. Jubiläum feiert.

Zunächst noch im alten Rathaus als Teil der Kämmerei, um Vertrauen zu gewinnen, verlegt die Sparkasse ihre Geschäftsräume schon bald in das repräsentative Hochzeitshaus, wo sie wächst und wächst. Schon in den 30er Jahren wird der Platz wieder knapp, und so steht ein erneuter Umzug an, und zwar in die alte Garnisonkirche aus dem 18. Jahrhundert, wo die SSK auch heute noch ihren Hauptsitz hat. Die Tatsache, dass ein Geldinstitut in eine ehemalige Kirche einzieht, erhitzt bundesweit die Gemüter, doch das Gotteshaus drohte zu verfallen.

Dann kommt der Zweite Weltkrieg, in der SSK herrscht Notbetrieb, wie sich der damalige Auszubildende Theo Wehrbein – er wurde später Werbeleiter – noch heute erinnert. Die Auswirkungen der Katastrophe: Ein Großteil der Belegschaft ist einberufen, Hilfskräfte und einige Mitarbeiter können nur unter äußersten Anstrengungen eine Geschäftstätigkeit aufrechterhalten. Wegen der nachfolgenden Währungsreform ist Sparen zwar zunächst nicht so populär, doch die Krise ist schnell überwunden, und so gelingt es dem Institut, seine Spareinlagen von 3,3 Millionen Mark im Jahr 1948 auf 9,2 Millionen Ende 1951 zu steigern.

Und wieder wird’s eng: Die Stadtsparkasse beginnt damit, Zweigstellen zu errichten, eine nach der anderen – Breiter Weg, Wittekindstraße, Afferde, Holtensen und, und, und. Parallel dazu gibt es Aus-, Um- und Neubauten an der Hauptstelle. So fällt an der Heiliggeiststraße und am Kastanienwall 1984 der Startschuss für das neue Verwaltungsgebäude und die Tiefgarage. Und in der Hauptstelle beginnt im Jahre 2001 eine neue Zeitrechnung: Durch sogenannte Kompetenzzentren soll der Kunde hier künftig alles unter einem Dach finden; eine umfassende Beratung zu Vermögensaufbau, Immobilien, Versicherungen, Privatkunde- und Firmengeschäft. Zudem zieht eine Gastronomie in den unteren, zum Teil gläsernen Bereich ein, der von einem knallroten „Flossie“ gekrönt wird. Die poppig gestaltete Figur der Künstlerin Rosalie soll schon von Weitem die Kunden grüßen.

Ein weiterer Meilenstein in der langen Geschichte der SSK: die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro zum 1. Januar 2002. Um die Hamelner damit vertraut zu machen, gibt es ab Mitte Dezember das sogenannte Starter-Kit zu kaufen: Am ersten Ausgabetag sind 15 000 innerhalb von nur vier Stunden ausverkauft.

Heute ist die Stadtsparkasse Hameln nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Alois Drube und seines Kollegen Klaus F. Tobisch ein modernes Finanzinstitut mit einer Bilanzsumme von über 725 Millionen Euro und damit niedersachsenweit eine der führenden Sparkassen. Drube: „Im Bewusstsein unserer Geschichte setzen wir auf faire Beratung, kompetente Mitarbeiter und die Nähe zu den Menschen, die hier leben.“ Diese Nähe möchte die SSK Hameln nicht nur auf dem geschäftlichen Sektor demonstrieren: Eine 1996 gegründete Stiftung soll Jugendliche und Senioren in Hameln unterstützen, außerdem werden Sport und Kultur in der Stadt regelmäßig durch das Geldinstitut gefördert.

Aus Anlass ihres 175. Bestehens hat die Stadtsparkasse bereits in der vergangenen Woche mit den Feierlichkeiten für ihre Kunden begonnen, und zwar in Form einer Tour unter dem Motto „WWDS“. Das bedeutet „Weil wir da sind“ und findet an zehn Stationen, nämlich den einzelnen Geschäftsstellen statt. Am vergangenen Samstag gab’s in der Osterstraße als besondere Attraktion einen Hochseilgarten und eine Verlosung. Auf dieser Tour soll übrigens noch bis zum 27. Mai die gesamte Geschichte der SSK erlebbar sein, die interaktive Chronik ist im Internet auf www.ssk-hameln. de zum Anschauen hinterlegt.

Den Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten stellt das große Familienfest am 8. August im Bürgergarten dar. Wobei viele sich aber auch auf ein weiteres Highlight freuen, dass die Kulturszene in Hameln sicher bereichert: Am Samstag, 7. August, spielt die Band PUR im Bürgergarten live und open air. Im Vorprogramm: „Luxuslärm“ und „Planet Emily“ sowie die BigBand des Schiller-Gymnasiums. Die Moderation hat ffn-Morgenmähn Franky.

Belegkontrolle durch Ingrid Bruns und Willm Kowert – so wurde 1960 in der SSK Hameln gearbeitet.




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