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Verträge geplatzt: DGUV kauft Friederikenstift-Station nicht

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VON JENS RATHMANN

Gerechnet hatte mit diesem „Rückzieher“ niemand in Bad Münder. Nicht die Mitarbeiter, die sich bereits an den Gedanken, künftig bei der DGUV angestellt zu sein, gewöhnt hatten. Nicht Geschäftsführer Bezjak, der seinen Eintritt in den Ruhestand verschoben hatte, um einen problemlosen Übergang auf den neuen Träger zu ermöglichen. Und auch nicht die Verwaltungsspitze im münderschen Rathaus, wo der Vollzug der Übergabe an die DGUV lediglich noch als rein formaler Akt erwartet worden war.

Noch im Juni hatte die Diakovere-Geschäftsführung berichtet, dass mit der DGUV in Berlin vereinbart worden sei, dass die berufsgenossenschaftliche Station des Friederikenstifts in Hachmühlen zum 1. Januar 2017 in die Trägerschaft der DGUV übergehe. „Die bestehenden Arbeitsverträge der 65 Mitarbeiter am Standort Hachmühlen werden von der DGUV übernommen. Die Sonderstation wird zukünftig als Standort des Klinikverbundes der Berufsgenossenschaften mit eigener Betriebsleitung organisiert“, hieß es. Seit dieser Woche sind diese Ankündigungen offensichtlich Makulatur – ebenso wie die Überlegungen, dass es in naher Zukunft zu Investitionen von mehreren Millionen Euro in den Standort Bad Münder kommen werde.

Zur Begründung habe der Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung eine „bundesweite strategische Neuausrichtung der Berufsgenossenschaften und seiner Kliniken“ angeführt. Gleichzeitig sei unterstrichen worden, die Versorgung der BG-Patienten im Raum Hannover weiterhin sicher stellen zu wollen, teilte Diakovere gestern mit.

Die Diakovere-Geschäftsführung zeigte sich „sehr bestürzt und enttäuscht“ über diese Entscheidung aus Berlin. Berichtet wird von „langen und intensiven Verhandlungen“, in denen aber zuletzt weitestgehend Einigkeit darüber erzielt worden sei, dass der Eigentümerwechsel im ersten Quartal 2017 vollzogen werde. Die „Sicherstellung und Weiterentwicklung der bewährten Strukturen der Sonderstation Hachmühlen“ sei bekräftigt worden, vertraglich habe man in allen weiteren wesentlichen Fragen Übereinstimmung erzielt. „Entsprechende Vorverträge waren unterzeichnet“, erklärten Vertreter der Diakovere-Geschäftsführung gestern.

Die Frage, wie es nun mit der münderschen Station weitergeht, beantwortet die Geschäftsführung auch: Der bisherige Träger wird den Betrieb am Deisterbahnhof inhaltlich und personell wie bisher weiter führen. Allerdings erwarte man nun von der DGUV „eine detaillierte Begründung für diesen plötzlichen Rückzieher“. Und in neue Verhandlungen will die Geschäftsführung auch eintreten: Über die weitere Ausgestaltung der Kooperation.



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