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Schul-Gegenbesuch vom Gymnasium in Pasvalys: Für litauische Verhältnisse ist der Bückeberg schon recht hoch

"Versprochen: Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt"

Obernkirchen (jaj). Nachdem Anfang des Jahres mehrere Schüler des Schulzentrums am Ochsenbruch in Litauen waren, fand nun der einwöchige Gegenbesuch der litauischen Schüler statt. Zehn Schüler und fünf Lehrkräfte verbrachten eine Woche in Obernkirchen. Gerade die Jugendlichen nutzten dabei die Gelegenheit, im Mai geschlossene Freundschaften wieder aufleben zu lassen.

Um allen Beteiligten eine kleine Eingewöhnungsphase zu ermöglichen, verbrachte die Gruppe die ersten vier Nächte in einer Jugendherberge. Am vergangenen Montag erfolgte dann der Einzug in die Gastfamilien. Große Unterschiede im Familienleben gibt es jedoch nicht, wie die 17-jährige Dovile erklärt: "Auch wir essen zu Hause zusammenmit unseren Eltern. Nur ein wenig später." Dieses späte Essen hängt mit dem Schulalltag in Litauen zusammen. Die Austauschschüler, die allesamt das Gymnasium in Pasvalys besuchen, haben morgens um acht Uhr Unterrichtsbeginn. Der Schultag dauert dann bis zwei oder drei Uhr. "Manchmal auch länger", weiß Dovile. Doch nicht nur die Unterrichtszeiten sind in Deutschland anders. "Die Schulen hier sind so schön bunt und fröhlich", findet eine 16-jährige Litauerin, die ebenfalls Dovile heißt. "Bei uns in Litauen haben wir nicht so schöne bunte Bilder an den Wänden. Dort hängen eher Gemälde, und alles sieht etwas trister aus. Außerdem sitzen wir im Unterricht ganz streng in drei Reihen hintereinander und nicht an Gruppentischen." Doch nicht alles ist in deutschen Schulen besser, findet die 13-jährige Christina Klassen, die im Mai in Litauen war: "Die Lehrer sind dort ein bisschen lockerer. Da darf man im Unterricht Kaugummi kauen, und manche Schüler telefonieren sogar während der Stunde!" Auch wenn das doch eher die Ausnahme sei. Einen großen Unterschied gibt es auch in der Vergabe der Noten: "Bei uns gibt es Noten von eins bis zehn. Und zehn ist das Beste",fügt die 16-jährige hinzu. Neben der Schule waren die Gastschüler vor allem von der deutschen Landschaft begeistert. "Die Berge hier sind toll. Sowas gibt es bei uns nicht!" erzählt die 17-jährige Dovile. Diese Begeisterung für unsere Berge ist verständlich, wenn man sich die geografischen Gegebenheiten Litauens anschaut. Die höchste Erhebung des Landes ist 294 Meter hoch und kann somit kaum als Berg bezeichnet werden. Umso imposanter und auch anstrengender war der Mittwoch für die Gruppe. Da stand eine Wanderung auf den Bückeberg auf dem Programm, der mit 367 Metern Höhe für litauische Verhältnisse schon recht groß ist. Doch wie verbringen die Jugendlichen in Litauen ihre Freizeit? "Wir hören Musik und gehen mit Freunden weg", erzählt die 16-jährige Dovile. "Aber ihr habt hier viel mehr Cafés und kleine Kneipen. So viele Möglichkeiten haben wir bei uns nicht." Auch das Interesse an alten Bräuchen ist bei der Litauer-Jugend sehr groß. Es wird zusammen gesungen und auch Volkstänze getanzt. "Als wir in Litauen waren, haben uns die Schüler an einem Nachmittag alle mit Trachten begrüßt und dann haben wir mit ihnen zusammen ihre Tänze getanzt", erinnert sich Angelika Staaks, die betreuende Lehrerin des Schulzentrums am Ochsenbruch. "Die Jugendlichen dort fühlen sich mit diesem Teil der Kultur viel mehr verbunden, als das bei uns der Fall ist", fügt sie hinzu. Da war es nicht verwunderlich, dass alle Gäste mit Feuereifer dabei waren, als Tanzen mit der Kinder-Trachtengruppe Gelldorf-Obernkirchen auf dem Programm stand. In einem Punkt waren sich alle einig: "Die Woche verging viel zu schnell. Wir wollen auf jeden Fall in Kontakt bleiben."




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