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Die Hohezeit der Ziergehölze

Verschwenderische Schönheit

Extrem verschwenderisch geht der Rotdorn mit seinem Flor um. Ob als Baum oder mehrstämmiges Gehölz gezogen, verleiht er dem Mai doch verlässlich einen erhabenen karminroten Blütenglanz. Die Einzelblüte erinnert an ein Röschen, und in der Tat gehört Crataegus laevigata auch zu den Rosengewächsen.

Blühende Heckenpflanzung, hier mit Rotdorn und Perlmuttstrauch. Fotos: ey

Autor:

Jean LeGrand

Der Rotdorn, noch dazu am besten als Sorte ’Paul’s Scarlet’, ist für die heimische Gehölzreihe ein Muss, entweder als Solitär oder auch in der gemischten Sichtschutzhecken-Pflanzung. Und wie Crataegus stehen auch viele andere Gehölze jetzt in Blüte und bilden das Rückgrat für den Garten.

Rückgrat oder Gerüst – wie man die Bedeutung von Gehölzen auch nennen mag: Ohne sie wird es in einem Garten an Struktur fehlen. Die leuchtende Blütezeit, die zwar schon eigentlich in späten Wintertagen unter anderem mit der Forsythie (Forsythia) beginnt und im April zum Beispiel durch die Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum) und verschiedene Spiersträucher (Spiraea) ihre lückenlose Fortsetzung findet, kommt vor allem in den Monaten Mai und Juni dann zu ihren Höhepunkt. Neben Weiß- und Rotdorn entwickeln jetzt viele weitere Arten ihren Flor so immens, dass Bienen und Hummeln genügend Raum zum Schmausen und Menschen ebenso viel Gelegenheit zum Genießen finden. Weigelien (Weigelia) gehören zu den Sträuchern, die anspruchslos sind und mit sonnigen wie halbschattigen Bedingungen gut zurechtkommen. Etwas wärmer und anspruchsvoller, aber immer noch recht bescheiden, mag es die Glanzmispel, die als immergrüner Busch in einer gemischten Heckenpflanzung nicht nur durch ihren rötlichen Neuaustrieb im Frühling, sondern auch im Winter eine gute Rolle spielt. Vergisst man nicht, sie feucht zu halten, kann die Glanzmispel auch in einem genügend großen Kübel gehalten werden. Ihre Blüten entwickelt sich nach dem glanzvollen Neuaustrieb der Blätter, sind weiß bis cremefarben und duften entfernt nach Weißdorn.

Apropos: Auch Weißdorn ist sicher ein Aspirant für eine gemischte Hecke. Jedoch sollte man beachten, dass er sehr stark Ausläufer treibt und somit vorsichtig bezeichnet eher als „naturnah“ anzusehen ist. Wo die Gehölzreihe nicht gar verwildern soll, dürfte auch der Ranunkelstrauch (Kerria japonica) kaum für Freude sorgen. Er bildet Absenker und taucht nach geraumer Zeit dort auf, wo er nicht wachsen soll.

Verlässliche Größe mit interessantem Blütenspiel: Weigelie.
  • Verlässliche Größe mit interessantem Blütenspiel: Weigelie.

Die Fülle der Gehölze, die dem Garten ein Gerüst, aber keine strenge Gliederung geben können, ist enorm. Bei der Auswahl kann man wenig falsch machen; hier kommt es weniger auf die Standorte an, sondern auf den individuellen Geschmack. Denn an den Boden stellen nur wenige besondere Ansprüche. Außerdem ist es auch nicht entscheidend, ob es sich um sonnige oder halbsonnige Standorte handelt, zumindest nicht bei den hier angesprochenen Ziergehölzen, während Äpfel, Birnen und dergleichen natürlich mehr nach sonniger Köstlichkeit verlangen, damit sie ihre Früchte auch zuckersüß ausreifen lassen können.

Beim Pflanzen von Gehölzen ist darauf zu achten, dass das Pflanzloch wenigstens doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Als Starterdünger eignet sich für die meisten Arten frischer, reifer Kompost aus eigener Herstellung. Um die Pflanzstelle herum sollte eine Gießmulde entstehen, damit beim Wässern in den Tagen nach dem Pflanzen das wertvolle Nass nicht zur Seite fließt und ungenutzt bleibt. Denn Wasser ist für das Anwachsen enorm wichtig. Tipp: Vor dem Pflanzen den Wurzelballen zehn Minuten lang in einem Eimer oder Maurerkübel tauchen – so saugen sich die Wurzeln mit Wasser voll.

Sichtschutz, Blütenreichtum, Fruchtschmuck, Herbstfärbung sind die vier wichtigsten Merkmale, an denen sich eine gemischte Heckenpflanzung mit Gehölzen orientieren sollte – und ihre Ansprüche an Boden und Pflege. Die folgenden Sträucher sind absolut anspruchslos an ihren Standort, gedeihen in Sonne und Halbschatten in fast jedem Boden, bilden keine Absenker, bleiben kompakt und benötigen nur ab und zu einen Verjüngungsschnitt:


Dunkelrote Blasenspiere, Teufelsstrauch (Physiocarpus opulifolius): Sorte ’Diabolo’,(Foto) aufrecht verzweigt, bis 4 Meter, auffallend schöne, metallisch-dunkelrote Belaubung, Blüte crèmeweiß, Juni bis Juli
Perlmuttstrauch (Kolkwitzia amabilis): dichter, attraktiver Strauch mit überreichem, rosaweißen Blütenbehang von Mai bis Juni, bis 3 Meter hoch und breit, nach einigen Jahren attraktiv überhängend;
Rotdorn (Crataegus laevigata): aufrecht verzweigter Strauch oder kleinkroniger Baum, karminrote, gefüllte Blüten ab Mai, im Herbst leuchtend rote Früchte, bis 5 Meter, Sorte ’Paul‘s Scarlet’;
Deutzie (Deutzia x magnifica): Strauch mit dicken, sparrig ausgebreiteten Zweigen, 3 bis 4 Meter hoch und bis 3 Meter breit, reinweiße Blüten in dichten Doldenrispen
Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum): sehr anspruchsloser, schöner, bis 3 Meter hoher Strauch, Blüten (ab April) und Blätter duften nach schwarzen Johannisbeeren, Sortentipp: ’King Edward VII’ mit weinroten Blüten in dichten Trauben;
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): breitbuschig, 3 bis 7 Meter hoch, rahmweiße Blüten von Mai bis Juli, schwarze, sehr saftreiche Früchte ab September mit hohem Vitamin A-, B- und C-Gehalt, Sortentipp ’Black Lace’ mit dunkelrosa Laub und zitronigem Duft!ey

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