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Vermisste Seniorin lebend gefunden

BAD MÜNDER. Die vermisste 77-Jährige aus einer Senioreneinrichtung am Deisterhang ist gefunden worden – lebend. Die ältere Dame ist körperlich unversehrt. Am späten Mittwochabend meldete sie sich selbst bei einem Enkel – die groß angelegte Suchaktion nach der Münderanerin wurde daraufhin abgeblasen.

Bis tief in die Nacht hatten Einsatzkräfte nach der Seniorin gesucht. Foto: Kölle
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Einen Tag und eine Nacht lang hatten Einsatzkräfte nach der Vermissten gesucht, zeitweise waren bis zu 70 Polizisten, Feuerwehrleute, DRK-Mitglieder und Mitglieder der Rettungshundestaffel der Johanniter im Einsatz. Auf der Luft wurde mit einem Polizeihubschrauber nach der 77-Jährigen Ausschau gehalten, ein speziell für die Suche von Menschen ausgebildeter Bluthund aus Herford an den Deister geholt, um die Spur der Seniorin aufzunehmen.

Für Donnerstag hatte Eckard Wiegand-Behmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes in Bad Münder, bereits die Anforderung von weiteren Polizeikräften der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen ins Auge gefasst, um die Suche auszudehnen. Dass die nur leicht bekleidete Seniorin bei Temperaturen um den Gerfrierpunkt nach einer Nacht im Freien noch am Leben sein könnte, glaubte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemand. Doch dann erreichte die erlösende Nachricht Wiegand-Behmann. Die Familie der Gesuchten berichtete, dass sie sich vom Bahnhof in Hannover aus gemeldet hatte. „Die Erleichterung war groß“, sagt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Was die ältere Dame dann zu Protokoll gab, erstaunte die Suchmannschaft: Sie sei vom Deisterhang zum Bahnhof gegangen, habe sich in einen Zug nach Hannover gesetzt. „Uns war mehrfach berichtet worden, dass sie sich kaum aus der Einrichtung entferne, auch nur in Begleitung wenige Schritte vor die Tür gehe“, sagt Wiegand-Behmann.

Nach dem Fußmarsch zum Bahnhof und der Fahrt zum Hauptbahnhof war die Reise der 77-Jährigen noch nicht beendet. Mit der S-Bahn fuhr sie weiter, stieg an einer Kanalbrücke aus. Dort seien ihr allerdings zu viele Leute gewesen, weshalb sie zum Bahnhof zurückfuhr. Vor Uniformierten habe sie sich im Bahnhofsgebäude verborgen – eine Erklärung dafür, warum sie dort erst von Polizisten gefunden wurde, nachdem sie sich selbst bei ihrem Enkel gemeldet hatte und die mündersche Polizei die hannoverschen Kollegen um Unterstützung gebeten hatten. Warum sie sich auf den Weg nach Hannover gemacht hatte, blieb unklar.



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