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Verkehrskonzept Fußgängerzone: Diskussion beginnt

BAD MÜNDER. Metzgerei Herbold: dicht. Die Parfümerie: geschlossen. Der subjektive Eindruck trügt nicht: Bad Münders Innenstadt hat zuletzt ein paar Geschäfte mehr verloren. Das bestätigt auch der Bürgermeister Hartmut Büttner. Ein Baustein zur möglichen Belebung könnten neue Regeln für die City sein.

Wenn es nach den Plänen der Grünen geht, könnte die Echternstraße bald komplett für den Verkehr freigegeben werden. Das neue Verkehrskonzept für die Innenstadt sieht aber auch vor, dass der Kirchhof dann nur noch von dort befahren werden kann – eine

Autor:

CHRISTIAN ZETT UND BENEDIKT DITTRICH

Eine öffentliche Veranstaltung soll das Thema Fußgängerzonen-Umgestaltung wieder auf die Agenda bringen. Das Konzept der Grünen sieht die Stadt allerdings kritisch.

Im Sommer 2016 hatte die Partei ihre Idee öffentlich vorgestellt und diskutieren lassen: Sie will die Echternstraße vorm Rathaus für Autos und Kleintransporter öffnen und damit eine befahrbare Achse zur Obertorstraße schaffen.

Dafür könnte der reine Fußgängerbereich in den Süden zur Langen Straße verlängert werden – und bliebe, bis auf Markttage und andere Großveranstaltungen, nur für Anlieferungen, Einsatzkräfte und Müllabfuhr per Schlüssel erreichbar. Wer sonst rein möchte, bräuchte eine Ausnahmegenehmigung.

Vor allem ein Aspekt dieser Vorschläge ist es jedoch, der bei der Stadt für Grübeln sorgt – und der letztendlich dafür sorgen könnte, dass der ganze Plan gar nicht umgesetzt wird: Würde die Marktstraße wie geplant auch im Süden komplett zur Fußgängerzone, wäre auch der Kirchhof von dort nicht mehr befahrbar.

Stattdessen soll er nach Vorstellung der Grünen ausschließlich von der Echtern-straße aus erreichbar sein – und zur Sackgasse werden. Doch genau diese Zufahrt ist der Stadt offenbar ein Dorn im Auge: Sie ist so eng, dass sie nur einspurig funktioniert und sich Autos beim Rein- und Rausfahren abwechseln müssen. Im Rathaus fürchtet man einen Engpass, der als einzige verbliebene Zufahrt nicht nur für Rückstaus sorgen – sondern auch die Unfallgefahr erhöhen könnte.

Bürgermeister Hartmut Büttner bestätigt, dass es dort ein potenzielles Problem gibt. Und da die Kirchhof-Zufahrt aus seiner Sicht „ein zentraler Punkt“ im Konzept der Grünen ist, könne die ganze Idee damit stehen und fallen. Würde außerdem mehr Verkehr durch die Echternstraße rollen, müsste die Fahrbahn umgebaut werden. Das würde wiederum Geld kosten, das die Stadt an anderer Stelle sparen muss. „Das steht natürlich nicht direkt zur Verfügung“, erklärt Büttner.

Der Rathauschef steht nun im Gespräch mit den Grünen, um noch vor den Osterferien im April eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Thema auf die Beine zu stellen. Ob nur die Grünen oder auch die Stadt als Ausrichter auftritt, sei noch zu klären, so der Bürgermeister. Ihm ist aber wichtig, dass das Thema Fußgängerzone weiter ergebnisoffen diskutiert wird – vor allem unter dem Aspekt, dass das Konzept der Grünen womöglich nicht aufgehen könnte. Ein mögliches Resultat der weiteren Debatte: Es ändert sich gar nichts. „Es gibt durchaus auch Befürworter der jetzigen Situation“, sagt der Bürgermeister.

Ohnehin hatte Büttner stets betont, Änderungen am Zuschnitt oder an der Befahrbarkeit der münderschen Fußgängerzone könnten nur ein Baustein sein beim Versuch, die Innenstadt zu beleben: „Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Stadt, Politik, Immobilien-Eigentümern und Händlern.“

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