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„Freiraum“ bekommt Hilfe aus der Politik

„Vergleichbar mit der frühen Sumpfblume“

Hameln. Der Protest junger Leute scheint Wirkung zu zeigen: Die Mitglieder des Vereins „Freiraum“, zurzeit in der Walkemühle beheimatet und von Kündigung bedroht, können zumindest erstmals Hoffnung schöpfen, dass ihnen ihr Domizil vielleicht doch erhalten bleibt. Denn im politischen Raum bewegt sich etwas.

Autor:

Christa Koch

Wie berichtet, hatte die Stadt dem „Freiraum“ zum 31. Oktober dieses Jahres die Räumlichkeiten gekündigt – diese waren früher für die Produktion von Wollstoffen und Teppichen, für die Unterbringung von Waisenkindern des Zweiten Weltkriegs und von Asylbewerbern aus dem ehemaligen Jugoslawien genutzt worden. Die Immobilie soll – ähnlich wie das Lückingsche Haus in der Wendenstraße – verkauft werden, der Erlös der städtischen Haushaltssanierung dienen. Für die jungen Leute war das ein harter Schlag, hatten sie doch innerhalb von knapp zwei Jahren viel Freizeit, Engagement und auch Eigenmittel investiert, um in der Walkemühle ein Zentrum für ihresgleichen zu schaffen – für Punk-Konzerte, Flohmärkte und mehr.

In einer gemeinsamen Sitzung haben sich nun die Grünen und die Unabhängigen im Rat mit dem Thema befasst. Ergebnis: Es scheint Hoffnung zu geben für den Erhalt des Freiraums. „Wir haben uns darauf verständigt, den Verein zu unterstützen als eine sozio-kulturelle Einrichtung in Hameln, die ein umfangreiches Angebot für ihre Zielgruppe bietet und vielleicht mit der Sumpfblume in deren früheren Jahren vergleichbar ist“, begründet Ursula Wehrmann, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, die auch im Namen des Unabhängigen Klaus Lamprecht zugesagte Unterstützung.

Sollte die Walkemühle durch die Stadt Hameln verkauft werden, so Wehrmann, sei eine Voraussetzung für Grüne und Unabhängige, dass die Stadt dem Verein dann ein adäquates Domizil als Alternative anbieten könne. „Der Vereinsvorstand sollte sich mit dem zuständigen Fachbereich 36 zusammensetzen und dabei auch seine Wünsche äußern“, schlägt sie vor. Sollte sich abzeichnen, dass sich auf die Schnelle keine Lösung – sprich: ein anderes geeignetes Objekt – finden lasse („man kann so etwas ja nicht mitten in ein Wohngebiet setzen“), müsse die Stadt den Kündigungstermin über den 31. Oktober hinaus erst einmal verlängern, sagt die Grünen-Chefin auch im Namen des Mehrheitsgruppen-Partners. Sie fordert auch die anderen politischen Gruppierungen auf, anzuerkennen, wie viel Engagement, Geld und Herzblut seitens des Vereins bereits in das Projekt Freiraum geflossen sei.

Noch ist natürlich nichts entschieden, zumal der Zustand des Gebäudes vermuten lässt, dass auf jeden potenziellen Investor erhebliche Sanierungskosten zukommen würden. Zurzeit wird ein Wertgutachten erstellt, mit dessen Hilfe ermittelt werden soll, wie viel man für das Gebäude und den Grund und Boden überhaupt verlangen kann. Erst das, so die Grüne, sei eine Verhandlungsbasis für einen möglichen Käufer. Auch der Verein Freiraum denkt darüber nach, die Immobilie selbst für seine Zwecke zu erwerben und hat angeblich bereits „eine ganze Menge von Ideen“, wie das Projekt seitens des Vereins finanziell zu stemmen sein könnte. Ursula Wehrmann sagt: „Wir sind hier nicht auf einem Basar. Sollte es mehrere gleichwertige Angebote geben, wäre der Rat gefordert. Dann wäre das nämlich unbedingt eine politische Entscheidung.“

Erfolgreicher Protest? Zur Kundgebung am 1. Mai (li.) protestierten Freunde des „Freiraums“ für den Ehrhalt der Einrichtung in der Walkemühle. Dana




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