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Grünen-Politikerin tritt nach 30 Jahren nicht mehr bei Wahl an

„Vergiftet“ – Ursula Helmhold mag nicht mehr

RINTELN. Die langjährige Kommunalpolitikerin Ursula Helmhold (Grüne) tritt bei der Wahl im September nicht mehr an. Dies sagte sie gestern im Gespräch mit der Schaumburger Zeitung. „Das waren jetzt, mit fünf Jahren Pause, 30 Jahre – irgendwann ist auch mal gut. Jetzt sollen auch mal andere ran“, gab sie als ersten Grund an, kurz und knapp. Zum zweiten Grund hatte Ursula Helmhold mehr zu sagen. Und der hat mit der Art und Weise zu tun, mit der in den Ratsitzungen der Stadt Rinteln Politik gemacht wird.

„Der Stil und der Ton im Rat haben sich zum Negativen verändert“, sagt sie. Der Rat sei „so vergiftet“, es werde sich teilweise „dermaßen schlecht benommen“, das sei „so daneben“, so etwas habe sie im Niedersächsischen Landtag in Hannover, dem sie ebenfalls jahrelang angehörte, „nicht erlebt“. Dabei, so Helmhold, sollte es doch gerade auf kommunaler Ebene möglich sein, Parteiinteressen hintanzustellen. So wie es in ihren Augen früher auch der Fall gewesen sei, mit der „alten Garde in der CDU“ zum Beispiel. „Friedrich-Wilhelm Hoppe, Günther Maack, Ulrich Göbel, das waren feine Menschen, mit denen man politisch diskutieren konnte, ohne dass es unter die Gürtellinie ging“, sagt Helmhold. „Da konnte man hinterher noch zusammen ein Bier trinken gehen. Das ist heute nicht mehr möglich.“

Aber sie war im Rat nicht nur in hitzige Auseinandersetzungen mit der CDU geraten, sondern immer wieder auch mit Ratsmitgliedern der Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS). In einer der letzten Sitzungen waren Helmhold und Gert Armin Neuhäuser (WGS) derart heftig aneinandergeraten, dass die Grünen-Politikerin es sich noch während der Sitzung verbat, sich weiterhin mit Neuhäuser zu duzen. „Da muss man gar nicht erst von sprechen“, sagt Helmhold lapidar zum Thema WGS. „Ich glaube jedenfalls, dass ich in meiner ganzen Zeit im Rat niemals jemanden beleidigt habe.“ Davon abgesehen habe sie außer der Politik noch „viele andere Interessen, wie das Bridge-Spiel zum Beispiel“. Den Grünen bleibe sie aber treu. „Ich bin ja ein politischer Mensch“, sagt sie. Und als solcher könne sie sich ja auch außerhalb der öffentlichen Gremien betätigen.pk




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