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Ein aktuelles Interview mit dem Lehrausschussvorsitzenden Ernst Führing

Vereinsfusionen scheinen unumgänglich

Jugendfußball (hga). Ernst Führing ist Vorsitzender vom Lehrausschuss des NFV-Kreises Schaumburg, mit seinen Kollegen verantwortlich für die Aus- und Fortbildung in erster Linie von Jugendtrainern. In dieser Funktion organisierte Führing den "Tag der Bildung", eine neue geschaffene Aktion zum Einstieg für neue Lizenzinhaber, insbesondere eine Fortbildungsmaßnahme für bereits bestehende Lizenzen. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Heinz- Gerd Arning nahm Führing Stellung zur schwachen Resonanz auf diese Aktion und die Situation des Jugendfußballs in Schaumburg.

Sie waren enttäuscht über die mangelnde Resonanz auf den "Tag der Bildung". Welche Schlüsse ziehen Sie und der Lehrausschuss daraus? Erst mal haben wir geschaut, ob wir alles richtig gemacht haben. Das Angebot war in Ordnung, die Terminfrage ließ sich nicht anders klären. Als Schluss daraus bieten wir am Freitag, 29. August, ab 17.30 Uhr, in Lüdersfeld eine weitere Veranstaltung an. Es scheint, als ob es den verantwortlichen Organen im schaumburger Fußball gelungen ist, mehr Jugendbetreuern den Erwerb einer Trainingslizenz schmackhaft zu machen. Warum gelingt es nicht, das gleiche Interesse an qualifizierten Fortbildungsmaßnahmen zu wecken? Ob es nicht gelingt, werden wir bei der kommenden Veranstaltung sehen. Das Angebot wird dann ein ganz anderes als am Tag der Bildung sein. Ein großer Knackpunkt scheint die Kommunikation zwischen den Ausschüssen und den Vereinen als auch innerhalb der Vereine zu sein. Woran hapert es genau? Ich kannüber dieses Thema nur Vermutungen anstellen, ob die Mitteilungen in den Vereinen an die richtigen Stellen kommen. Da liegt die Verantwortung bei den Vereinen, nicht bei uns. Wir geben die Informationen auf drei Wegen - Internet, Presse, per Mail - an die Vereine weiter. Kommunikationsprobleme im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit scheinen ein Anachronismus zu sein, spielt vielleicht auch eine gewisse Interesselosigkeit eine Rolle? Das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht weiß, wo es bei den Vereinen hapert. Beim Verfolgen diverser Arbeitstagungen, Staffeltage oder auch Kreisjugendtage drängt sich dem Betrachter der Eindruck auf: Es ist alles in Ordnung, wir haken das hier ab und gehen zurück in die Vereine. Geht es dem schaumburger Jugendfußball wirklich so gut? Ich befürchte, dass noch nicht alle den stattfindenden Wandel in unserer Gesellschaft erkannt haben. Am augenfälligsten ist die Nachwuchsproblematik bei den A-Junioren, also den direkten Zulieferern für den Herrenbereich. Hier stehen 18 Jugendmannschaften 96 Herrenteams gegenüber. Wohin wird diese Situation in den kommenden Jahren führen? Zu weiteren Vereinsfusionen, einÜberleben der Vereine wird auf Dauer nur so möglich sein. In der Samtgemeinde Niedernwöhren wurden in guten Jahren 180 Kinder geboren, in den vergangenen zwölf Monaten waren es nur 51. Ist es wirklich unvermeidlich und eben nicht zuändern, dass der Jugendfußball ab den C-Junioren teilweise mehr als 50 Prozent der Spieler beträgt? Das ist zu verhindern, vielöfter als gedacht. Nötig sind ausgebildete Trainer, die vor allem den Zusammenhalt der Mannschaft stärken. Meiner Ansicht nach ist es der größte Erfolg eines Jugendtrainers, möglichst viele Jugendliche an den Herrenbereich zu übergeben. War dieöffentlich geführte Auseinandersetzung über das Abwerben von Nachwuchskräften zwischen dem VfL Bückeburg und dem TuS Niedernwöhren hilfreich oder kam nur etwas an die Oberfläche, was den Vereinen verstärkt bevorsteht? Ganz deutlich: Das war nicht hilfreich. Die Zukunft muss eine bessere Zusammenarbeit der Vereine bringen. Ein verstärktes Gerangel um immer weniger Jugendliche hilft auf Dauer niemandem. Müssen die Fußballkreise und ihre Ausschüsse, insbesondere in Schaumburg, nicht mehr tun, mehr Innovationen, vor allem aber mehr Diskussionen anregen und unterstützen? Für den Lehrausschuss kann ich sagen, dass wir weiter offensiv auf die Vereine zugehen. Ob die dabei immer das eine oder andere mehr an Unterstützung wollen, ist dabei noch nicht geklärt. Wo sehen Sie in der näheren Zukunft den Lehrausschuss positioniert, welchen Einfluss können Sie und Ihre Kollegen wirklich nehmen? Unsere Trainer sollten in der Lage sein, ein ausgewogenes Angebot zwischen Freizeit- und Leistungssport einzubringen, vor allem aber den Leistungsstand einzelner Spieler beurteilen zu können und dies im Training zu berücksichtigen.




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