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Mutmaßlicher Täter ist Mitglied der Feuerwehr Salzhemmendorf

Verdächtiger half nach Anschlag beim Löschen

Weserbergland. Einer der Tatverdächtigen des Brandanschlages auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf, der 24-jährige Sascha D., hat offenbar erst den Anschlag begangen und sich anschließend als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Salzhemmendorf an den Löscharbeiten beteiligt. Letzteres bestätigte am Sonntag Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening auf Nachfrage der Dewezet. Im Gebäude waren zur Tatzeit 40 Personen. Neben deutschen Bewohnern befanden sich dort 29 Asylbewerber aus Irak, Pakistan, Syrien, Elfenbeinküste und Simbabwe.

Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Nicht einmal einen Tag hat es gedauert, bis die 30-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizei nach dem Brandanschlag drei Tatverdächtige festnehmen konnte. Schon am Freitag hatten Gerüchte die Runde gemacht, die Verdächtigen hätten bereits Geständnisse abgegeben. Staatsanwältin Kathrin Söfker erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass gegen die drei Festgenommenen Haftbefehl erlassen worden sei. Es werde Anklage wegen „gemeinschaftlichen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung“ erhoben. Ein 30-jähriger Lauensteiner und ein 24-jähriger Salzhemmendorfer sowie eine 24-jährige Frau aus Springe sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Nach Recherchen dieser Zeitung handelt es sich zum einen um Sascha D. Der Salzhemmendorfer soll bereits wegen verschiedener Vergehen polizeibekannt sein. Er ist Mitglied der Ortswehr Salzhemmendorf. Aus den Kreisen der Feuerwehr wurde am Samstag laut, dass er bereits früher wegen Brandstiftung auffällig geworden sei. Weiter hieß es, dass D. ein „Mitläufer der rechten Szene“ sei, man ihm einen solchen Anschlag aber nicht zugetraut habe. Der mutmaßliche Täter wohnt nur rund 300 Meter von der betroffenen Unterkunft entfernt. Bei dem zweiten Festgenommenen soll es sich um Dennis L. handeln. Der Lauensteiner sei „für sein aggressives Auftreten und rechte Tendenzen im Dorf bekannt“, erklärte ein Nachbar. Auf dem Facebook-Profil von L. findet sich ein Hinweis auf die rechtsextreme Rockband Hauptkampflinie, zudem sind fremdenfeindliche Einträge veröffentlicht: „Schlagt sie tot.“ L. und D. sind bei Facebook miteinander befreundet. Auch die Freundin von L. soll zu den Tatverdächtigen zählen. Die 24-Jährige stammt nach Angaben der Polizei aus Springe.SEITE 17




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