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Lars Trant spendete Stammzellen für einen Leukämiekranken aus Frankreich

Verbunden mit einem Unbekannten

Hameln (jhe). Manchmal kommt es Lars Trant so vor, als werde er für etwas belohnt, wofür er eigentlich kaum etwas geleistet hat. Für den 23-jährigen Hamelner mit den kurzen aschblonden Haaren war es nur „eine weitere Möglichkeit, mit wenig Aufwand etwas zu bewegen und anderen Menschen zu helfen“, als er sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren ließ.

Wenn er heute im Rathaus vom Ersten Stadtrat Eckhard Koss eine Urkunde für seine Stammzellenspende erhält, ist ihm das „ein bisschen unangenehm, so groß dargestellt zu werden“. Denn dass gerade er als bestmöglicher Stammzellenspender für einen leukämiekranken jungen Mann aus Frankreich infrage kam, sei schließlich nur Zufall.

Rund 11 000 Menschen erkranken nach Angaben der DKMS jährlich in Deutschland an Blutkrebs. Nur ein Drittel der Erkrankten findet einen geeigneten Spender innerhalb der Familie. Alle anderen Patienten sind auf die Hilfe eines Fremden angewiesen. „Da jeder Mensch ganz individuelle Gewebemerkmale hat, ist es sehr schwer, den passenden Spender zu finden“, heißt es auf der DKMS-Homepage.

Als Trant erfuhr, dass seine Gewerbemerkmale mit denen des erkrankten Franzosen weitgehend übereinstimmten, war es für ihn selbstverständlich, seine Stammzellen zu spenden. Angst vor der Entnahme, für die er extra nach Dresden fahren musste, hatte er nicht. „Wenn man mal eine Blutspende gemacht hat, ist eine Stammzellenspende nichts anderes“, meint der leidenschaftliche Handballspieler und Seilkletterer. Zudem habe er sich durch die DKMS und die behandelnden Ärzte gut betreut gefühlt. Körperliche Beschwerden habe er anschließend keine gespürt: „Alles war wie vorher.“

Wie es dem Empfänger mit seiner Spende ergangen ist, weiß Trant noch nicht, weshalb er sich auch nicht als Lebensretter fühlt. „Das wird sich vielleicht ändern, wenn ich weiß, dass er es geschafft hat. Dann würde ich mich sehr für ihn mitfreuen“, sagt Trant, der sich seit der Spende „so ein bisschen verbunden“ mit dem unbekannten Franzosen fühlt und sehr am weiteren Leben des anderen interessiert ist.

Durch seine Erfahrungsberichte mit der Stammzellenspende ist es Trant bereits gelungen, einige Freunde und Kollegen von einer Typisierung für die DKMS-Spenderdatei zu überzeugen. Rund 2 100 000 Menschen sind dort bisher registriert.

Trant erklärt, wie einfach das Verfahren inzwischen ist: „Im Internet kann man sich ein Registrierungs-Set bestellen.“ Enthalten sind darin zwei Wattestäbchen, mit denen sich der potenzielle Spender den Mundinnenraum abstreicht und sie wieder zurück an die DKMS schickt.




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