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Streit um Extra-Markt droht zu eskalieren: Vertrag für öffentlichen Parkplatz zum 22. Juni aufgekündigt

Verärgerter Eigentümer will Bauzaun aufstellen

Bad Münder (mf). Dass der ehemalige Extra-Markt an der Wallstraße schon seit zweieinhalb Jahren leersteht – dafür sei ganz wesentlich die Stadt Bad Münder mitverantwortlich, steht für Immobilien-Eigentümer Folkert Bruns fest. Aus Verärgerung hat er jetzt kurzerhand den Nutzungsvertrag für den dazugehörigen Parkplatz aufgekündigt. Ende Juni will er einen Bauzaun um die Fläche aufstellen lassen.

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„Das Maß ist voll“, schimpft der Unternehmer aus Goslar. Für ihn gebe es keinen Grund, der Stadt noch länger entgegenzukommen. Und der Parkplatz-Vertrag sei ein solches Entgegenkommen. Weil es an Abstellmöglichkeiten am Rand der Altstadt mangelt, hatte die Gemeinde die Fläche nach dem Auszug der Supermarktkette kurzerhand von Bruns als öffentliche Stellfläche angemietet.

Damit sollten nicht zuletzt die City-Händler zufriedengestellt werden, die spätestens seit Eröffnung des Rohmelcenters über Umsatzrückgänge klagen. Ihre Kunden müssen sich nun eine andere Parkmöglichkeit suchen, wenn Bruns seine Ankündigung vom Bauzaun wahr macht.

Was wirft der Geschäftsmann der Stadt vor? Es geht um den Treppenwall, jene kleine, unscheinbare Gasse, die genau zwischen dem Eingang des Extra-Marktes und dem angrenzenden Parkplatz verläuft. „Ich habe lange Zeit gar nicht gewusst, dass es da einen öffentlichen Weg gibt“, sagt Bruns. Im Grundbuch sei für ihn zwar ein Überfahrtsrecht eingetragen – offiziell werde sein Eigentum aber zerschnitten. Viele potenzielle Interessenten würden dadurch abgeschreckt. Das habe auch für die Post gegolten, die ursprünglich mit ihrem Verteilzentrum in das Gebäude habe einziehen wollen, dann jedoch einen Rückzieher gemacht hat, so Bruns (wir berichteten). „Die wollten Rechtssicherheit, wenn sie dort mit ihren anliefernden Lkw parken.“

Auf der Suche nach einer unbürokratischen Lösung für das Problem warte er bis heute vergeblich auf Unterstützung aus dem Rathaus. Das Gegenteil sei der Fall: Die Stadt poche auf die historische Bedeutung des Weges und sei zu keinen Zugeständnissen bereit. Gleichzeitig widerspricht Bruns der Darstellung von Wirtschaftsförderin Anika John, wonach es angeblich einen neuen Interessenten für das Gebäude gebe. „Davon ist mir leider nichts bekannt.“ Die letzten Verhandlungen, die er geführt habe, lägen schon länger zurück. Zuletzt habe die auf Sonderposten spezialisierte Kette „Thomas Philipps“ angeklopft.

„Ich kann Herrn Bruns sehr gut verstehen“, sagt Petra Witte, Chefin der Wirtschaftsvereinigung. „Die Verantwortlichen im Rathaus müssen langsam aufwachen, wenn Bad Münder nicht ganz vor die Hunde gehen soll. Da sollten sich einige mal fragen, ob es richtig ist, dass wir wegen eines überpflasterten Weges Ruinen statt neuer Arbeitsplätze produzieren.“



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