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Gute Kenntnis über Lebensmittel ist wichtig / Vitaminmangel vorbeugen

Vegane Ernährung – ist das gesund?

Rinteln (blc). Wer sich dafür entscheidet, Veganer zu werden, stößt in seiner Umwelt häufig auf Unverständnis. Meist entsteht der Wunsch zu dieser Ernährungsform nicht aus gesundheitlichen Gründen. Es ist eher eine Lebensanschauung. Was ist und was isst eigentlich ein Veganer, und wo ist der Unterschied zu einem Vegetarier?

Vegetarier, auch Ovo-Lacto-Vegetarier, essen Ei- und Milchprodukte und auch andere tierische Produkte wie Honig, verzichten aber auf Fleisch und Fisch. Steckt dahinter ein ethischer Grund, wollen sie meist nicht, dass ihretwegen Tiere geschlachtet werden müssen. Lacto-Vegetarier verzichten zusätzlich auf Eiprodukte, weil sie nicht ausschließen können, dass auch befruchtete Eier in den Verkauf kommen. Sie wollen zusätzlich zur Reduzierung der Massenhühnerhaltung beitragen.

Veganer vermeiden jedes tierische Produkt, da sie durch ihr Konsumverhalten Tieren das Recht auf Leben, Unversehrtheit und Freiheit zusprechen möchten. Sie verzichten nicht nur auf Eier und Milch, sondern auch auf andere tierische Produkte wie Honig, Leder, Schafwolle oder Gelantine und benutzen tierversuchsfreie Kosmetika. Streng vegan lebende Menschen ernähren sich ausschließlich von nachwachsenden Pflanzen und verzichten auf Pflanzen, deren Stammpflanze durch den Verzehr getötet wird – sie werden verbreitet Frutarier genannt.

Gründe für vegane Ernährung: Massentierhaltung oder Erderwärmung: Vieles spricht aus Sicht der Veganer für diese Ernährungsweise. Ein fleischfreies Leben ist erwiesenermaßen umweltfreundlicher: 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase entstehen durch Massentierhaltung. Und für Weideland wird Regenwald abgeholzt, männliche Küken werden in Massenbetrieben einfach getötet, Hähnchen bekommen Antibiotika gespritzt, Tiere werden meist nicht artgerecht gehalten.

Veganer und die Gesundheit: Die Meinungen gehen auseinander: Manche Experten raten davon ab, völlig auf tierische Lebensmittel zu verzichten, andere halten diese Ernährungsform für gesundheitsförderlich. Fleischlose Ernährung soll jedenfalls vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen. Veganer müssen allerdings noch intensiver auf die richtige Auswahl der Lebensmittel achten: Sie sollten sich eingehend über gesunde Ernährung informieren. Besonders leicht entstehen Mangelerscheinungen bei Eiweiß, Kalzium, Eisen und Vitamin D und B 12. Experten raten Schwangeren von veganer Ernährung ab.

Vitamine zuführen: Obst, Gemüse, Tofu, Nüsse und pflanzliche Öle sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Das wichtige Eisen ist beispielsweise in weißen Bohnen, Sonnenblumenkernen, Hirse und Haferflocken enthalten. Brokkoli, Blattsalate, Mineralwasser und Sojamilch, die mit Kalzium angereichert wurde, helfen gegen Kalziummangel. Nur Vitamin B 12 kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht vor. Hier gibt es Angebote beispielsweise von Müsli, das mit Vitamin B 12 angereichert wurde. Der Arzt kann einen Mangel feststellen und Zusatzpräparate verordnen.

Speiseplan des Veganers: Es scheint eintönig zu sein, was der Veganer auf seinem täglichen Speisezettel stehen hat. Inzwischen gibt es aber viele Fleischalternativen auf Sojabasis: Brotaufstriche, Käse, sogar Salami aus Soja. Sojamilch, Schnitzel auf Sojabasis, aber auch Tofu und andere Produkte dienen als Fleischersatz. Auch ein Blick auf die Zutatenliste vieler Produkte im Supermarkt lohnt sich, vieles Vegane ist uns gar nicht bewusst. Müslimischungen sind in der Regel vegan, Brot und Brötchen meist auch. Restaurants sind vielerorts auf Veganer eingestellt. In Dortmund zum Beispiel hat ein Supermarkt für Veganer geöffnet, der auch Waren verschickt.

In kleinen Schritten beginnen: Man muss nicht gleich die strikte Form wählen, wenn man sich für ein fleischfreies Leben entscheiden möchte, man kann auch in kleinen Schritten mit der bewussteren Ernährung beginnen. Schon eine Reduzierung des Fleischkonsums hat positive Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.

Selbst auf einen gemütlichen Grillabend muss ein Veganer nicht verzichten: Es gibt viele leckere Rezepte, die für ihn geeignet sind. Foto: babsi_w/Fotolia.




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