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Plettenberg, Muckermann, Mensching und Wiehe als "Bückeburger im Widerstand" gewürdigt

Vater erwog, Hitler mit Fernrohrbüchse umzulegen

Bückeburg (bus). Friedrich Muckermann, Kurt Freiherr von Plettenberg, Wilhelm Mensching und Karl Wiehe haben im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Katholischen Kirchengemeinde und der Herderschule gestanden. Die aus Anlass des 125. Geburtstages Muckermanns - der katholische Publizist erblickte am 17. August 1883 in der früheren Residenzstadt das Licht der Welt - unter dem Titel "Bückeburger im Widerstand" organisierte Zusammenkunft vermittelte dem Publikum im Pfarrheim St. Marien Detailwissen aus Expertenhand.

Den Part des Muckermann-Referentenübernahm während der musikalisch vom Saxofonquartett der Musikschule Schaumburger Märchensänger (Leitung Peter Malaj) umrahmten Veranstaltung mit Dr. Johannes Schwarte (Münster) ein vielfältig engagierter Sozialethiker. Schwarte stellt Aspekte von Muckermanns Persönlichkeit heraus, um die ungewöhnlich reiche Wirksamkeit des katholischen Ordensmanns zu verdeutlichen. Über Plettenberg informierte dessen Tochter Freifrau Dorothea von Plettenberg, die eigens aus Bremen angereist war. Ihre sehr persönlichen Ausführungen hinterließen ein tief beeindrucktes Publikum. "Auch mein Vater haterwogen, Hitler mit der Fernrohrbüchse - erlauben Sie mir diese Sprache - umzulegen", gab die Freifrau zu verstehen. Ester Bokeloh, Dennis Meier und Ingmar Everding förderten die Erkenntnisse der Herder-Geschichtswerkstatt bezügliche Mensching und Wiehe zutage. Wobei Bokeloh und Meier sich dem früheren Bückeburger Bürgermeister Wiehe widmeten und Everding den evangelischen Pastor würdigte. Wiehe habe sich allen Mitbürgern gegenüber, also auch den jüdischen, verpflichtet gefühlt und sich von den antisemitischen Taten der Nationaldemokraten distanziert, erläuterten Bokeloh und Meier. "Dies erforderte viel Mut, denn die judenfeindliche Stimmung hatte sich schon sehr stark ausgebreitet." "Erinnerung ist die Voraussetzung dafür, Wiederholungen zu vermeiden", betonte Bückeburgs aktueller Bürgermeister Reiner Brombach, der insbesondere Pfarrgemeinderat Johannes Kersting und die unter Federführung von Klaus Maiwald agierende Geschichtswerkstatt dafür lobte, "einen kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung" geleistet zu haben. Es erfülle ihn mit Hoffnung, sagte Brombach, "dass seinerzeit Menschen offen, mit viel Zivilcourage, unter Hintanstellung eigener Interessen und bei äußerster Gefahr für sich selbst Widerstand geleistet haben". Die Geschichte habe unterdessen 1945 kein Ende gefunden. Damals wie heute stellesich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung national-sozialistischen Tendenzen in den Weg. Brombach: "Es gilt, dass wir uns alle entgegenstellen."




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