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100 Tage ohne Bürgermeisterin: Die Einschätzung der Verwaltung fällt noch positiv aus

Vakanz-Bilanz: Es läuft auch ohne die Chefin

Bad Münder (jhr). Die Bürgermeisterin weg, der Nachfolger noch lange nicht gewählt – seit 100 Tagen ist der Chefsessel im Rathaus heute verwaist. „Ohne Chef, aber nicht führungslos“, heißt es auf den Verwaltungsfluren.

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Wenn Entscheidungen anstehen, muss Marcus Westphal ran. Der Kämmerer ist allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, seine Vakanz-Bilanz fällt positiv aus: „Ich hatte im Vorfeld großen Respekt vor der Aufgabe und durchaus Befürchtungen, ob das zu schaffen ist. Befürchtungen nicht, was die Aufgaben des Hauptverwaltungsbeamten angeht. Das ist anspruchsvoll, aber machbar. Befürchtungen im Hinblick auf die Doppelbelastung als Vertreter und Kämmerer, der ja durchaus etwas vor sich hat“, sagt Westphal. Nicht zuletzt Zukunftsvertrag und Haushalt fordern die volle Aufmerksamkeit des Kämmerers. Dass sich seine Befürchtungen bislang als unbegründet erwiesen haben, führt Westphal auch auf die Unterstützung der Verwaltungsmitarbeiter, insbesondere der Fachbereichs- und Fachdienstleiter, zurück. „Wir haben ein gutes Team. Vernünftige Leute, die eine vernünftige Arbeit abliefern.“ Gerade erst bedankte sich Westphal im Namen der Verwaltung beim Rat für die unkomplizierte Zusammenarbeit, persönlich weiß er die Übernahme der repräsentativen Aufgaben durch die stellvertretenden Bürgermeister besonders zu schätzen – sie halten ihm in diesem Bereich den Rücken frei.

Worauf Westphal durchaus stolz ist: Die Verwaltung habe auch mit unbesetztem Spitzenposten die anstehenden Themen konsequent weiter bearbeitet – und die seien zahlreich wie bedeutungsvoll. Die Liste ist lang, die Rückgabe von Leistungen im Sozialbereich an den Kreis gehört ebenso dazu wie die Vorbereitung der Bürgermeisterwahl, die Dorferneuerung ebenso wie die Umorganisation der GeTour oder der Haushalt und der Themenkomplex Oberer Deisterhang. „Dicke Brocken, bei denen es keinen Stillstand gibt“, so Westphal. Sein Fazit nach 100 Tagen dennoch: „Wir freuen uns darauf, wieder einen Hauptverwaltungsbeamten zu haben.“

„Den Zustand ohne Bürgermeister wünschen wir uns nicht dauerhaft – uns fehlt die Spitze“, sagt auch Fachdienstleiter Heiko Knigge. Er weist auf die Doppelbelastung für Westphal hin, betont die gute Zusammenarbeit mit den politischen Gremien. „Bisher hat alles gut geklappt.“

„Wir versuchen, die Zeit der Vakanz so gut wie möglich zu überbrücken“, sagt auch Personalratsvorsitzende Erika Dittrich. Der Verwaltungsbetrieb laufe derzeit ohne Probleme, weil die Fachbereichs- und Fachdienstleiter deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Ihr Fazit nach 100 Tagen Bürgermeister-Vakanz: „Wir kommen da durch – aber wir sehnen schon die Wahl am 26. Februar herbei und hoffen, dass wir dann wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten.“



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