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Urteil für Münderanerin: Bundestag legt Berufung ein

BAD MÜNDER. Knapp 1200 Euro hatte das Gericht Claudia Springer zugesprochen. Die Münderanerin hatte, wie berichtet, den Deutschen Bundestag verklagt, weil sie als Besucherin der Messe Infa in Hannover vor zwei Jahren am Stand des Bundestags über eine Schwelle gestolpert war und sich dabei einen Arm gebrochen hatte. Das Amtsgericht Hannover hatte ihr Mitte April Schmerzensgeld und Schadensersatz zugestanden, auch wenn sie eine Teilschuld trage. Springer und ihr Anwalt hatten das Urteil akzeptiert – im Gegensatz zu ihrem Prozessgegner.

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Autor:

MIra Colic

„Die Bundesrepublik Deutschland hat nunmehr eine brandenburgische Rechtsanwaltskanzlei beauftragt und gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt“, erklärt Springers Rechtsbeistand Jochen Scholz. Somit ist noch keine Rechtskraft eingetreten und für Claudia Springer geht das Verfahren im schlimmsten Fall von vorne los. „Wir prüfen derzeit, ob unsererseits nunmehr Anschlussberufung eingelegt wird“, so Scholz. Damit bestünde die Möglichkeit, dass die Münderanerin doch die volle von ihr geforderte Summe erhält. Und die Bundesrepublik geht das Risiko ein, doch mehr zahlen zu müssen.

Denn Springer hatte 2000 Euro Schmerzensgeld und 567 Euro Heilbehandlungskosten gefordert. Sieben Wochen hatte sie eine Schiene tragen müssen. Somit konnte sie ihrer Arbeit als Näherin beim Büromöbelhersteller Wilkhahn nicht nachgehen – für volle fünf Monate. Das Gericht ging allerdings von einem Mitverschulden ihrerseits von 50 Prozent aus, sodass sie nicht die volle Summe erhielt. Ihre Teilschuld begründete das Gericht mit der Tatsache, dass sich um den Stand herum ein Signalband befunden habe, um auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen. Sie habe es an Sorgfalt mangeln lassen.

Aber das Gericht nahm auch die Mitarbeiter des Messestandes in die Pflicht. Sie hätten die Schwelle deutlich als Gefahrenquelle kennzeichnen müssen. Springer soll nach ihrer Aussage nicht die einzige Person gewesen sein, die an dem Tag an dem Stand gestolpert war.

Ihr Anwalt schüttelt indes den Kopf über die Berufung: „Das Verhalten der Bundesrepublik Deutschland werde ich besser nicht kommentieren.“

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