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Laborwerte sind da: Stadtwerke Rinteln verfügen als einer der ersten Wasserversorger der Region über gesicherte Werte

Urangehalt im Trinkwasser liegt unter Nachweisgrenze

Rinteln (wm). Seit Dienstag liegen bei den Stadtwerken die Ergebnisse der Untersuchung auf Uran im Trinkwasser vor (wir berichteten). "Nach derzeitiger Analysetechnik ist im Rintelner Trinkwasser kein Uran zu finden", schilderte gestern Thomas Sewald, technischer Leiter der Stadtwerke.

Was bedeutet, dass der Urangehalt im Rintelner Trinkwasser unter der Nachweisgrenze, also unter einem Mygramm pro Liter, liegt. Sewald: "Aus heutiger Sicht bestehen somit keine Verdachtsmomente, dass das Rintelner Trinkwasser mit dem Schwermetall Uran belastet ist." Die Stadtwerke gehören damit zu den ersten Wasserversorgern in der Region, die entsprechende Untersuchungen in ihren Gewinnungsgebieten abgeschlossen haben und über gesicherte Werte verfügen. Auslöser der Debatte war Anfang August eine Studie der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Die Studie enthält Datenzu Uranwerten in Rohwässern, die bei den Landesministerien angefragt und veröffentlicht wurden. Werteüber ein Uran, das in der Natur vorkommt und bisher kein Thema war, mit der Folge, dass das Schwermetall zurzeit im Rahmen der Trinkwasserverordnung auch mit keinerlei Grenzwerten belegt ist. Das Umweltbundesamt in Berlin hat aufgrund der Diskussion jetzt erklärt, dass der Wert von 10 µGramm/Liter der "lebenslang duldbare gesundheitliche Leitwert" sei, der auch für Säuglinge gelte. Der häufig in der Berichterstattung zitierte Wert von zwei µGramm pro Liter ist aus Sicht des Bundesumweltamtes toxikologisch nicht begründet. Ein Wert übrigens, der erst durch die Mineralwasserabfüller ins Gespräch gekommen ist, wie man einem Schreiben des Verbandes kommunale Wasserwirtschaft in Berlin entnehmen kann: Es handle sich um einen "Marketingwert", der werbewirksam auf Mineralwasserflaschen vermerkt werden könne - "als besonders geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung". Wie Sewald gestern erläuterte, haben die Stadtwerke unmittelbar im Anschluss an die Berichterstattung im Magazin "Monitor" ein beim Land Niedersachsen akkreditiertes Wasserlabor mit der Untersuchung der Rintelner Wässer auf Urangehalt beauftragt. Man sei sich aber von vornherein relativ sicher gewesen, dass kein Befund zu erwarten war. Denn wie viel natürliches Uran im Trinkwasser sei, hänge vom geologischen Untergrund ab - im Norden gibt es weniger, im Süden mehr. Und im Weserkies sei allein von der geologischen Struktur kein Uran zu erwarten. Sewald: "Da aber unmittelbar nach dem Bekanntwerden dieses Themaskeinerlei Messwerte vorlagen, konnten die Stadtwerke natürlich auch keine Erklärung darüber abgeben, ob das Wasser einer Uranbelastung ausgesetzt ist oder nicht - auch wenn dies theoretisch unwahrscheinlich war."




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