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Wesertal bei Studie ausgespart

Uran im Wasser? Stadtwerke: Noch messen wir nicht

Landkreis (jl). Spätestens seit Montagabend dürfte Uran im Trinkwasser ein Thema bei vielen Verbrauchern sein. Ob es in Schaumburg ein Thema ist, können die drei großen Wasserversorger, die Stadtwerke Schaumburg-Lippe, der Wasserverband Nordschaumburg und die Stadtwerke Rinteln, noch nicht verbindlich sagen -weil Uran bei den regelmäßigen Analysen noch nicht gemessen wird.

Auf das Tapet gebracht hat das Stichwort Uran die am Montag ausgestrahlte ARD-Sendung "Report München". Diese stellte eine Untersuchung der Verbraucherrechtsorganisation "Foodwatch" vor. Demnach sollen die Uran-Werte in vielen Orten -vor allem im Süden Deutschlands - zum Teil deutlich über dem EU-Richtwert von zehn Mikrogramm je Liter liegen. Der Status Richtwert ist nach Angaben der zuständigen Leute bei den Schaumburger Wasserversorgern auch der Grund dafür, dass der Uran-Anteil im kühlen Nass noch nicht gemessen wird. Erst wenn es per Gesetz und Erlass gesetzliche Richtwerte gebe, so Helmut Feldkötter von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe und Verbandsingenieur Andreas Gerber vom Wasserverband Nordschaumburg, bestehe eine Analysepflicht. Das ist im Prinzip auch der Stand bei den Stadtwerken Rinteln, wie deren technischer Leiter Thomas Sewald darlegte. Die Rintelner haben die Komponente Uran aber im Visier, möchten die Werte wissen. Nur: Das Labor in Coppenbrügge, das die Analysen für Rinteln und die Stadtwerke Schaumburg-Lippe vornimmt, könne Uran noch gar nicht messen, weil die entsprechende Ausrüstung fehle. Diese ist laut Sewald kürzlich bestellt worden, "dann können wir messen lassen". Solange könne keine Entwarnung gegeben werden. Bei einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz sind laut Feldkötter und Gerber die natürlichen Uranvorkommen in mehreren niedersächsischen Trinkwassergebieten gemessen worden. Dabei sei das Wesertal (wo beide Stadtwerke fördern) ausgespart worden, weil die Experten aufgrund der geologischen Gegebenheiten kaum oder gar kein natürliches Uran in den wasserführenden Schichten vermuten. Wie auch immer: In der Report-Sendung und anderen Medien wurde verbreitet, dass die Bundesregierung prüft, ob ein Grenzwert für das giftige Schwermetall Uran im Trinkwasser eingeführt werden soll. Laut Feldkötter befindet sich die Angelegenheit allerdings noch in der Expertendiskussion.




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