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Die Ringstraße auf Koh Samui ist der Weg zu wunderschönen Zielen auf der thailändischen Insel

Unterwegs auf der Road 4169

Ban Bo Phut. Achtung, Garküche überholt links! Das energische Hupen klingt eher nach Kinderfahrrad mit Quietschtierklingel, aber schon beschleunigt eine dreirädrige Kantine am Straßenrand, die Reifen scheuern am Bordstein. Es ist Mittagszeit und der mobile Pfannkuchenstand rollt langsam aus. Sein Fahrer dreht den Gashahn auf, zaubert in Sekundenschnelle einen Bananen-Pancake für zwei Urlauber und brummt emsig weiter. Rechts donnern zeitgleich große Pickups an dem noch unsicheren Rollerfahrer mit seinem grünen Plastikhelm vorbei. Von den Ladeflächen winken vermummte Arbeiter und Schulkinder in blauer Uniform, auch Hunderte an Kokosnüssen lassen sich auf den japanischen Gefährten scheinbar problemlos transportieren. Bei dem bunten Gewirr auf den Straßen und dem ungewohnten Linksverkehr rauscht der Abzweig zum Fischerdorf Ban Bo Phut im Augenwinkel vorbei…

Autor:

brigitte bonder

Also vorsichtig wenden und langsam zum farbenfrohen Eingangstor zurückrollen. Denn hier im Norden der thailändischen Insel Koh Samui beginnt eine abwechslungsreiche Rundreise immer entlang der Ringstraße - der Road 4169.

Knapp 50 Kilometer misst der Kurs um die Urlaubsinsel im Golf von Thailand. Neu asphaltierte, noch dampfende Abschnitte der Überlandstraße wechseln sich mit rissigen und gefährlich steilen Straßenteilen ab. Wer hier auf dem Leihmoped unterwegs ist, sollte die Augen offen halten. Nicht nur wegen der Straßenverhältnisse und des quirligen Verkehrs, sondern weil sich gerade entlang der Ringstraße zahlreiche Highlights aufreihen.

Vom Fischerdorf sind es nur wenige Kilometer auf der Road 4169 bis Mae Nam. „Der breite Sandstrand ist für Familien besonders gut geeignet“, weiß John Murch, General Manager des Beachresorts Saree Samui. Die Tide ist kaum spürbar und die Gäste des Kanadiers können den ganzen Tag im Meer schwimmen, morgens ziehen viele ihre Bahnen auch im dunkelgrünen Pool. Sehenswert ist der Wat Phra Lam direkt nebenan: Gerade für Kinder ist es ein Erlebnis, orange gekleidete Mönche durch die farbenfrohe Tempelanlage zu begleiten. Abends lockt klassische Thai-Küche direkt am Strand, deutsche Urlauber fahren gern zur Bamboo Bar des TV-Auswanderers Matthias Bück.

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Der Big Buddha ist die Hauptsehenswürdigkeit auf Koh Samui.

Von Mae Nam führt die Hauptstraße gen Westen in die Hauptstadt Nathon. Unzählige Märkte bieten frische Früchte und Souvenirs, an der Promenade locken typische Thai-Restaurants mit frischem Fisch und günstigen Preisen. Wer gut zu Fuß ist, wandert südlich der Stadt etwa drei Kilometer durch den Urwald zum Hin Lat Wasserfall, Proviant bieten rollende Garküchen am Ende der Straße.

„Den romantischsten Sonnenuntergang der Insel gibt es am Ao Na Sai im Südwesten!“ Erst seit Kurzem leitet Henrik Bergqvist hier das Sunset Beach Resort, der Schwede hat sofort ein typisches Thai-Barbecue am Strand eingeführt. Der kleine Abstecher von der Ringstraße lohnt: Leuchtend Rot versinkt die Sonne direkt neben einigen Inselspitzen im Golf von Thailand, knatternde Holzboote und Muschelsucher sorgen für eine perfekte Postkartenidylle. Sogar die Einheimischen zücken immer wieder ihre Handys für ein Foto. „Und wer schnorcheln oder am weißen Korallenstrand liegen möchte, unternimmt einen Tagesausflug zur noch unbewohnten Insel Koh Mat Sum“, verrät Chatchawat Wongto. Der junge Thai wird ab Mitte des Jahres für die Unique Collection das neue Hotel „The Treasure“ leiten und fährt fast täglich auf die derzeit noch einsame Trauminsel im Süden Koh Samuis.

Die Road 4169 führt weiter quer über die Insel zu den häufig überlaufenen Namuang- Wasserfällen, bei denen Elefanten und Pick-Ups die zahlreichen Urlauber wie am Fließband durch den Regenwald befördern. Deutlich ruhiger ist es gleich eine Abfahrt weiter am Tar Nim Wasserfall. Wer die steile Anfahrt mit dem Moped gemeistert hat, kann die Ruhe des Dschungels genießen. Außergewöhnlich ist ein Stopp am Wat Khunaram: Hinter dem bunten Tempeleingangstor meditiert seit mehr als 30 Jahren sitzend der mumifizierte Mönch Luang Po Daeng in einem Glaskasten, eine lässige Sonnenbrille versteckt seine Augen.

Die Hauptstrände Chaweng und Lamai an der Ostküste locken mit einem Palmenstrand wie aus dem Katalog. Die Road 4169 führt entlang der unzähligen Bars und Massagesalons - in Chaweng wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Wer es etwas ruhiger mag, bleibt weiter südlich am Lamai Beach und schaut auf Himmelslaternen statt Diskobeleuchtung. Tina Liu entzündet in der offenen Eingangshalle des neuen Le Meridien Hotels jeden Abend um 19.19 Uhr mit ihren Gästen die Papierlampions und sendet in Jahrtausende alter, chinesischer Tradition gute Wünsche in den Himmel. Am Lamai Beach findet sich auch das beliebteste Fotomotiv der Insel: Die vom Wasser geschliffene Felslandschaft der Grandfather- und Grandmother-Felsen stellt einen stilisierten Phallus dar, über den Fels der Großmutter diskutieren die Besucher lebhaft.

Ein letztes Mal startet der inzwischen versierte Rollerfahrer mit dem grünen Plastikhelm auf der Road 4169 sein Moped und rollt gen Norden Richtung Flughafen. In den letzten Tagen hat er sich an den Verkehr gewöhnt: Er lässt entspannt die hupende Garküche links überholen, biegt souverän zum Wat Phra Yai ab und fährt zur vergoldeten, zwölf Meter hohen Statue des Big Buddha. Hier warten schon die Händler: Thai Green Curry, frische Mango oder ein Pfannkuchen? Die rollenden Garküchen halten am letzten Stopp der Inselumrundung alles für den hungrigen Rollerfahrer bereit.




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