weather-image

„Unsere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr“

Bad Münder. Wenigstens einen ruhigen Start in das neue Jahr konnten die Kameraden der münderschen Ortswehren erleben. In der Kurstadt blieb es an Silvester erstaunlich ruhig. Auch für den Feuerwehr-Pressesprecher Marko Klose überraschend, ist doch seit Mitte Dezember im Bereich Gerhart-Hauptmann-Straße und Süntelstraße offenbar ein Brandstifter unterwegs. Aktiv wurde dieser allerdings erst wieder am 5. Januar. Damit fließen diese beiden Alarmierungen nicht mehr in die Einsatzstatistik für 2014 mit ein. Insgesamt 110 Mal wurden die Freiwilligen im vergangenen Jahr alarmiert.

270_008_7660036_lkbm_feuerwehrbilanz.jpg

Damit ist Zahl der Einsätze im Vergleich zu 2013 um 9 Prozent (elf Alarmierungen) gesunken. „Uns sind außerdem die großen Brände erspart geblieben“, so Klose. Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Sprecher von den 30 Bränden im vergangenen Jahr, das Feuer bei der Tischlerei „Nut & Feder“ in Flegessen. Dort hatten ein Sprinter und ein an die Werkstatt angebauter Holzlagerschuppen Feuer gefangen. „Wären wir nur zehn Minuten später gekommen, wäre die gesamte Tischlerei wohl nicht mehr zu retten gewesen.“ Es entstand ein Schaden von mehr als 70 000 Euro.

Während des Stadtfeuerwehrtags am 20. Juni wurden die Kameraden zu einem Kellerbrand an die Rahlmühler Straße alarmiert. Sieben Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis neun Jahren mussten vor Ort notärztlich behandelt und mit Rettungswagen nach Hameln und Hannover gebracht, wo sie in Kinderkliniken untersucht wurden. Die Ermittler vermuten, dass Kinder im Kellergeschoss gekokelt haben. Und auch Kämmerer Marcus Westphal stellte seine Eignung als Feuerwehrmann unter Beweis, als er im Februar einen brennenden Pkw auf dem Grundschul-Parkplatz löschte.

30 Mal waren die Kameraden im vergangenen Jahr vergeblich ausgerückt, nachdem eine Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, vor Ort aber weder Rauch noch Feuer zu sehen waren. Wie wichtig diese Anlagen allerdings trotz der zahlreichen Fehlermeldungen sind, hat sich Ende Januar gezeigt, als ein Kabelbrand im Lager die Produktion der Firma Wilkhahn bedrohte.

Davon, dass sich Metallbrände nicht gut mit Wasser oder Schaum löschen lassen, konnten sich die Kameraden bei einem Pkw-Brand am Nienstedter Pass überzeugen. Dort stand ein Porsche Carrera in Vollbrand – 100 000 Euro Schaden. Die Feuerwehr Bad Münder musste Sand zur Einsatzstelle bringen.

Ausgerückt sind die Kameraden der münderschen Ortswehren 31 Mal zu Hilfeleistungen. Zu einer ungewöhnlichen Amtshilfe wurden die Freiwilligen im Juni von der Polizei an die Bahnhofstraße gerufen. Die Beamten waren Drogenhändlern auf der Spur und hatten Sorge, die Hanfplantage in dem Haus eines Verdächtigen an der B 442, sei vielleicht durch Fallen gesichert. Die Feuerwehrleute bauten eine unabhängige Stromversorgung auf.

In diese Statistik fließen auch fünf Alarmierungen aufgrund des starken Unwetters in Eimbeckhausen und Rohrsen am 2. August, das zahlreiche Straßen und Keller überflutete. „Natürlich haben wir in dieser Nacht deutlich mehr Einsätze gehabt“, sagt Klose. Dabei habe man einigen Menschen auch deutlich machen müssen, dass die Feuerwehr nicht dazu da ist, den Keller wieder ganz trocken zu legen. „Unsere primäre Aufgabe ist die Gefahrenabwehr“, macht Klose deutlich.

So etwa bei sechs Verkehrsunfällen, bei denen die Feuerwehr aufgrund von eingeklemmten Personen alarmiert wurde. Drei Verletzte gab es bei einem Frontalzusammenstoß auf der L 421 auf Höhe des Golfplatzes. Ein 24-Jähriger starb bei einem Unfall auf der L 423 in Richtung Unsen, nachdem er mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt war. Bei einem Unfall an der Einmündung Vor dem Obertore wurden zwei Erwachsene und drei Kinder verletzt, zwei Hubschrauber kamen zum Einsatz. Auch die Kameraden selbst waren in einen Unfall verwickelt. An der Kreuzung der B 442 und der Deisterallee stießen ein Einsatzleitwagen (ELW) der Feuerwehr mit einem Pkw zusammen, am ELW entstand Totalschaden, ein Ersatz soll in den kommenden Wochen bereitstehen.

Wie die Feuerwehren in Bad Münder grundsätzlich aufgestellt sind, soll ein Bedarfsplan klären, den ein externer Gutachter voraussichtlich im kommenden Jahr erstellen soll.col



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt